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Verbesserte Generation von Aortenklappen dichtet optimal

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OA Dr. Wolfgang Tkalec

Eine Verkalkung der Aortenklappe im Herzen ist ein häufiges Problem im Alter. Bei den über 75-Jährigen weisen drei bis fünf Prozent der Bevölkerung eine hochgradige Aortenklappenstenose auf. Symptome sind Luftnot bei Belastung, Abnahme der Leistungsfähigkeit, Enge- und Beklemmungsgefühl in der Brust, Schwindel, in fortgeschrittenem Stadium Lungenödem und Schwellung der Knöchel. Diese Verengung macht einen Klappenersatz notwendig. Wegen Begleiterkrankungen können Betroffene am offenen Herzen oft nicht operiert werden. Seit 2007 wird in Österreich die katheterunterstütze Aortenklappenimplantation, kurz TAVI (Transcatheter-Aortic-Valve-Implantation) über die Leiste durchgeführt. Dieser Eingriff ist minimal-invasiv und weniger belastend für den Patienten. Leider dichten die herkömmlichen Klappen nicht immer ab. Bei der neuartigen Aorten-Klappe, der direct-flow-Klappe, kommt diese Komplikation kaum mehr vor. Die neue Klappengeneration (biologische Rinderklappe) ist metallfrei und kann sicherer und präziser platziert werden. Sie wird statt in einem Draht-Maschen-Geflecht wie die herkömmlichen Klappen in einem Polyesterring eingebracht. Richtig positioniert wird der Ring mit einem Harz ausgehärtet, das sich optimal an das Gewebe anlegt. Dadurch ist die Klappe dicht und ein Blutrückfluss beinahe ausgeschlossen.
Der Eingriff wird in Vollnarkose durchgeführt und dauert etwa eine Stunde. Die Luftnot ist nach dem Eingriff sofort weg, Lebensqualität und Leistungsfähigkeit verbessern sich erheblich.

Oberarzt Dr. Wolfgang Tkalec ist invasiver Kardiologe und Leiter der Herzambulanz im KH der Elisabethinen in Linz.

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