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Neuer Behandlungsplan bei Nesselsucht

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Dr. Barbara Ernst

Die Nesselsucht (Urtikaria) gehört neben Neurodermitis und Schuppenflechte zu den in Mitteleuropa am weitesten verbreiteten Hautkrankheiten. Wenn sich plötzlich Quaddeln auf der Haut bilden, die heftig und oft jucken, spricht man von Urtikaria. In Österreich erleiden rund 20 bis 30 % der Bevölkerung im Leben zumindest einmal eine Episode mit Nesselausschlag, die innerhalb von 24 Stunden wieder verschwindet. Am häufigsten erkranken Personen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr, Frauen doppelt so häufig wie Männer.
Die dabei oft unvorhersehbare wiederkehrende Reaktion mit Juckreiz und Ausschlag, was zu Schlafstörungen führen kann, ist oft unangenehm.

Ursachen und Auslöser der Nesselsucht sind vielfältig. Druck, Wärme, Kälte, Erhöhung der Körperkerntemperatur und Medikamente können zum Beispiel Auslöser sein. Wenn eine Nesselsucht zum ersten Mal auftritt, werden zuerst Antihistaminika in Tablettenform verordnet. Antihistaminika bewirken ein Abschwellen der Haut und dämpfen den Juckreiz.

Dauert eine Nesselsucht länger als sechs Wochen, wird sie als chronische Urtikaria bezeichnet. Es wird geschätzt, dass bis zu einem Prozent der Bevölkerung an einer chronischen Urtikaria (csU) leidet. In den meisten Fällen beträgt die Dauer der csU zwischen einem Jahr und fünf Jahren. Vor kurzem wurde zur Behandlung der chronischen Urtikaria ein neuer Behandlungsplan herausgegeben. Zuerst wird ein Antihistamin der neuen Generation eingesetzt. Bei fehlendem Ansprechen kann die Dosierung auch bis auf das Vierfache gesteigert werden. Wenn solche Behandlungsformen nicht oder nicht ausreichend wirksam sind, wird der Antikörper Omalizumab empfohlen und alle vier Wochen gespritzt.

Dr. Barbara Ernst ist Dermatologin im KH der Elisabethinen in Linz.

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