Das Weblog von Ärztinnen und Ärzten aus Oberösterreich

Je nach Erkrankung verschiedene Methoden der Hornhauttransplantation

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Die Cornea (Hornhaut) bildet die äußere Begrenzung des Auges und ist wesentlich an der Brechung des Lichtes beteiligt. Jede Veränderung der Cornea etwa in ihrer Klarheit oder Krümmung zieht eine Verschlechterung des Sehvermögens nach sich. Hornhautverletzungen, Eintrübungen nach Infektionen, krankhafte Wölbungen oder Ausdünnungen der Hornhaut wie der Keratokonus oder Dystrophien wie die Fuch´sche Endotheldystrophie, können zum Sehverlust führen. Ab einem gewissen Stadium rettet das Sehvermögen nur mehr die Transplantation einer Spenderhornhaut von einem verstorbenen Spender.

 

Hinsichtlich der Transplantation kommen je nach Art der Erkrankung, verschiedene modernste chirurgische Verfahren in Frage.

Eine neue, innovative Methode bietet die Femtosekunden-laserassistierte Keratoplastik. Hierbei wird das erkrankte Gewebe mit Hilfe des Lasers entfernt. Dank der hochpräzisen Laserleistung können postoperative Veränderungen wie eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) auf ein Minimum reduziert werden, die Rehabilitation der Sehschärfe verläuft schneller als bei anderen Verfahren und die PatientInnen können kurz darauf wieder scharf sehen. Man kann diese Operationstechnik jedoch nur bei bestimmten Hornhauterkrankungen einsetzen. Sie wird an der Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie in Kepler Universitätsklinikum Linz, wo heuer auch die erste laserassistierte Hornhauttransplantation Oberösterreichs durchgeführt wurde, angeboten. 

Weitere Methoden der Hornhauttransplantation:

  • Perforierende Keratoplastik: Bei der perforierenden Transplantation (perforierende Keratoplastik) wird mittels eines speziellen Instrumentes, einem sogenannten Trepan (Rundmesser) unter dem Operationsmikroskop ein rundes Scheibchen aus der erkrankten Hornhaut entfernt und ein exakt gleich großes Scheibchen der Spenderhornhaut entnommen. Die beiden Hornhäute werden so präpariert dass sie exakt übereinander passen und dann mittels feinen Nähten fixiert.
  • DMEK (Descemetmembran-Endotheliale-Keratoplastik): Sie bietet eine sehr schonende Methode, bei der nur die Zellen der innersten Schicht, die sogenannten Endothelzellen, auf einer dünnen Trägermembran (Deszemetmembran) transplantiert werden.  Die DMEK ist nahtfrei, so dass es postoperativ keine Beschwerden am Auge gibt. Das Transplantat wird mittels Luftblase an die übrige Hornhaut angedrückt. Deshalb muss der Patient am Tag der Operation, und je nach Heilung noch einige Tage, viel auf dem Rücken liegen, bis das Transplantat gut angewachsen ist. Sie wird meist bei angeborenen Hornhautdystrophien, wie der Fuch´schen Endotheldystrophie, angewendet. Bei dieser sehr häufig vorkommenden Dystrophie ist primär die innere Schicht der Hornhaut betroffen und sie schafft es nicht mehr, das Augenwasser aus der Hornhaut herauszupumpen. Das führt zu einer milchigen Eintrübung der Hornhaut. Der Betroffene bemerkt ein trüberes, farbärmeres und schlechtes Sehen sowie eine stärkere Blendung.
  • Vordere lamelläre Transplantation (=DALK - Deep Anterior Lamellar Keratoplasty): Nur die vordere Schicht der Hornhaut wird transplantiert. DALK kommt vielfach bei Narben und Verkrümmungen des vorderen Hornhautteils zur Anwendung.

Die minimalinvasiven Transplantationsverfahren haben mehrere Vorteile gegenüber der perforierenden, nämlich ein geringeres Risiko für eine Abwehrreaktion sowie eine deutlich kürzere Heilungsphase. Nach erfolgter Transplantation werden die Patienten in der Hornhautambulanz der Klinik über Monate sorgfältig betreut. Dr. Sophie Beka ist Ärztin in der Klinik für Augenheilkunde und Optometrie im Kepler Universitätsklinikum Linz

 

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