Immer mehr Menschen leiden an einer Sorbitintoleranz

Sorbit oder Sorbitol gehört zu den sogenannten Zuckeraustauschstoffen. Immer mehr Menschen reagieren auf Sorbit mit einer Unverträglichkeit.

Die Beschwerden der Sorbitintoleranz sind: Blähungen, Bauchkrämpfe, Bauchschmerzen, Durchfälle, Völlegefühl. In fast allen Fertig- oder Halbfertigprodukten werden in unterschiedlichen Mengen Zuckeraustauschstoffe wie Sorbit verarbeitet. Sorbit behindert auch die Resorption von Fructose im Dünndarm. Das verursacht im Dickdarm eine vermehrte bakterielle Gärung, mit der Folge einer deutlichen Gasentwicklung, die als Blähungen empfunden werden.

Sorbitmalabsorption und so genannte „Sorbitintoleranz“

Von der Lebensmittelindustrie wird Sorbit (oft auch als E420 gekennzeichnet) häufig und in großen Mengen als Trägersubstanz, als Feuchthaltemittel und als Süßstoff verwendet. Vor allem in den so genannten „Diabetikerprodukten“ kommt der Austauschstoff zum Einsatz. Sorbit hat die halbe Süßkraft wie Sacharose, also ist damit halb so süß wie Haushaltszucker. Industriell wird es aus Maisstärke und durch chemische Umsetzung von Traubenzucker gewonnen. Die Zulassung gilt für fast alle Lebensmittel in beliebig hoher Menge, obwohl über 20g pro Tag zu Durchfall und Blähungen führen können - das würde bereits bei 30 g Diätkonfitüre erreicht werden. Sorbit wird beim Menschen wesentlich langsamer vom Darm aufgenommen als Glucose (= Traubenzucker). Das bedingt einen Wassereinstrom in den Darm und kann dadurch auch Durchfälle auslösen.  Beschwerden die durch eine Sorbitintoleranz ausgelöst werden, bestehen oft seit langer Zeit und führen zu erheblicher Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens.

Prävention durch Vermeidung

Um Beschwerden zu vermeiden, ist es ratsam Lebensmittel mit großen Mengen Sorbit zu meiden: Neben Fertigprodukten fallen auch viele Obst-Sorten unter die besonders sorbithaltigen Lebensmittel, wie etwa Äpfel, Birnen, Aprikosen, Pfirsiche, Pflaumen, Erdbeeren, Heidelbeeren, Himbeeren, Weintrauben, Weißwein, Weizenbier und Vollbier. Zusätzlich sollte man auch auf Bonbons, Limonaden, Kaugummis und sogenannte „Lightgetränke“ verzichten, denn hier kann auch Sorbit enthalten sein. Frei von Sorbit sind hingegen Kaffee ohne Süßstoff, Tee, Wasser, Weizenmehl, Reis, Nudeln, Fleisch, Fisch, Wurstwaren ohne Zuckerstoffe, Gewürzmischungen, Dextrose, z. B. Dextroenergen-plättchen.

Sorbitarmes Obst

Aber natürlich muss man mit einer Sorbitintoleranz nicht gänzlich auf Obst verzichten: Es gibt auch Früchte ohne Sorbit, wie etwa Mirabellen, Reneclaude, Hagebutte, Holunderbeeren, Sanddorn-, Brombeeren, rote und schwarze Johannisbeeren, Preisel- und Stachelbeeren, Ananas, Orangen, Avocados, Bananen, Feigen frisch und getrocknet, Grapefruit, Kiwi, Mandarine, Mango, Oliven, Zitronen, Wasser- und Honigmelone.

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