Demnach rät die WHO Menschen bei Verdacht auf eine Infektion mit dem neuartigen Virus davon ab, ohne ärztlichen Rat das Medikament Ibuprofen einzunehmen. Zwar gebe es keine neuen Studien, aus denen hervorgehe, dass Ibuprofen mit höherer Sterblichkeit verbunden sei, sagte WHO-Sprecher Christian Lindmeier am Dienstag in Genf. Aber die Experten prüften die Lage zur Zeit. „Wir raten, im Verdachtsfall Paracetamol und nicht Ibuprofen einzunehmen“, sagte Lindmeier. Dies beziehe sich ausschließlich auf die Einnahme ohne ärztlichen Rat, betonte er.
Coronavirus und Ibuprofen: Minister warnen - Virologe schloss ungünstige Zusammenhänge nicht aus
Zuvor hatte der französische Gesunhdheitsminister am Wochenende mit einem Tweet, in dem er vor Entzündungshemmern wie Ibuprofen warnte, Aufsehen erregt. Ähnlich hatte sich auch der nationale Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon geäußert und von der Einnahme sogenannter nichtsteroidaler Antirheumatika (NSAR) abgeraten. Neben Ibuprofen zählen zu dieser Wirkstoffgruppe auch Acetylsalicylsäure (ASS; Aspirin) und Diclofenac. Außerdem gibt es einen Beitrag im Fachjournal „Lancet“, in dem eine mögliche unerwünschte Wirkung von Ibuprofen erwähnt wird. Allerdings ist die Fallzahl der Studie äußerst gering.
Seit 15. Januar steht Ibuprofen in Frankreich nicht mehr frei vorne in der Apotheke, sondern stattdessen nur noch hinter dem Schalter. Zwar kaufen die Apotheker es nach wie vor weitgehend ohne Rezept, doch mit der neuen Platzierung des Medikaments soll eine entsprechende Beratung sichergestellt werden.
Coronavirus und Ibuprofen: Virologie erklärt Bedenken durch hemmende Wirkung auf Blutgerinnung
Jonas Schmidet-Chanasit, Virologe beim Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNIM) schloss am Wochenende nicht aus, dass insbesondere ASS, aber auch Ibuprofen, bei CoVid-19 nicht hilfreich sein könnten. „Ibuprofen hemmt die Blutgerinnung, das wäre ein möglicher Hinweis“, erklärte der Virologe. Damit steige das Risiko für innere Blutungen. „Bei Paracetamol ist das nicht der Fall“, sagte Schidet-Chanasit weiter. Vor Falschinformationen im Zusammenhang mit dem Coronavirus hat unterdessen auch die Europäische Kommission am Dienstag gewarnt. Es sei wichtig, über die neuesten Entwicklungen in der Viruskrise auf dem Laufenden zu bleiben, betonte die EU-Kommission. Via Twitter teilte die Brüsseler Behorde mit, dass dieGeneraldirektion Gesundheit der Kommission allgemeine Ratschläge gebe. Über Einzelheiten würden außerdem die lokalen Gesundheitsbehörden informieren. „Nehmen Sie sich vor arglistigen und irreführenden Fake News und Desinformationen in Acht - überprüfen Sie es anhand verlässlicher Quellen“, riet die Kommission der Bevölkerung.