Kaum ist der Winter da, verändert sich häufig unsere Haut: Sie beginnt zu jucken, spannt, wird rissig und spröde. Grund dafür ist meist trockene Haut, die durch eine gestörte Hautbarriere infolge eines Mangels an Fetten, sogenannten Lipiden, und Feuchtigkeit entsteht. In den kalten Monaten verliert die Haut vermehrt Feuchtigkeit, da die Luftfeuchtigkeit im Winter geringer ist als im Sommer und trockene Heizungsluft die Haut zusätzlich belastet. Ist es draußen kalt, ziehen sich die Blutgefäße zusammen, um die Wärme im Körper zu halten. Dieser Effekt kann die Haut zusätzlich belasten, sie ist schlechter durchblutet und wird mit weniger Nährstoffen versorgt. Außerdem produzieren die Talgdrüsen bei niedrigen Temperaturen weniger Fett, es ist dickflüssiger und wird schwerer von den Drüsen hin zur Hautoberfläche transportiert. Die Folge: Die Haut verliert zunehmend ihre Schutzfunktion, trocknet aus und kann sogar schmerzhafte Risse entwickeln.
Tipps für trockene Haut im Winter
Eine angepasste Hautpflege ist entscheidend bei trockener Haut im Winter. Besonders darauf achten sollten ältere Leute, da ihre Talgdrüsenaktivität altersbedingt vermindert ist, sowie Menschen – insbesondere Kinder – die an Neurodermitis leiden. Sie haben für gewöhnlich eine sehr trockene Haut und im Winter verstärkt sich dieser Effekt. „Zu vermeiden sind aggressive Peelings, austrocknende Schaumbäder, alkoholartige Pflegeprodukte oder heißes Duschen beziehungsweise Baden – all das kann die natürliche Schutzbarriere der Haut schwächen und ihre Austrocknung begünstigen“, erklärt Dr. Alex Jakob Kilbertus, Dermatologe und Fachgruppenvertreter für Haut- und Geschlechtskrankheiten in der Ärztekammer für Oberösterreich. Setzen Sie besser auf milde, seifenfreie Reinigungsprodukte, die Feuchtigkeit spenden und rückfettend sind. Nach dem Waschen sollte die Haut – besonders im Winter – regelmäßig eingecremt werden. Dazu eigenen sich Produkte mit feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffen wie Urea oder Glycerin.
Was viele gerne vergessen: „Auch im Winter ist es wichtig, auf einen ausreichenden Sonnenschutz zu achten! UV-Strahlen treffen die Haut ganzjährig und können insbesondere bei Schnee durch Reflexion verstärkt werden. Zudem ist die Haut im Winter durch Trockenheit und eine geschwächte Hautbarriere deutlich empfindsamer gegenüber UV-Strahlung“, sagt der Dermatologe.
Wann zum Arzt?
Wenn Sie trotz einer angepassten Hautpflege unter einer anhaltenden trockenen Haut leiden, Schmerzen haben oder sich beispielsweise Entzündungen oder Ausschläge bilden, sollten Sie nicht zögern und die Symptome fachärztlich abklären lassen. Denn auch Krankheiten oder die Einnahme von Medikamenten können eine trockene Haut verursachen.
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