Zehn Prozent der Österreicherinnen und Österreicher leiden an Schlafstörungen. Um das
Problem in den Griff zu bekommen ist der Weg zum Arzt oder zur Ärztin der zielführendste
Weg. Denn unruhige Nächte können sich auf Dauer gesundheitliche Schäden bewirken.
Insgesamt gibt es etwa 90 Schlafstörungen. Eine der häufigsten ist die
Psychophysiologische Insomnie. Bei dieser Form verkrampft man sich dermaßen, dass
man nicht einschlafen kann und je mehr man sich den Schlaf herbei sehnt, desto munterer
wird man. „Und dann gibt es auch organisch bedingte Schlafstörungen, die von Parkinson,
Migräne, Epilepsie oder einem Schädeltrauma stammen– teilweise macht das bis zu 70
Prozent der Schlafstörungen aus“, sagt Dr. Dietmar Schafelner, Facharzt für Neurologie
aus Steyr und Fachgruppenvertreter Neurologie der Ärztekammer für Oberösterreich.
Wenn sich die Schlafstörungen häufen, sollte man einen Spezialisten aufsuchen. Wer etwa
dreimal pro Woche und auf die Dauer von einem Monat unter Schlafstörungen leidet, sollte
ärztlichen Rat einholen. Denn die Nebenwirkungen unzureichenden Schlafs sind
gravierend: sie reichen bis zu Herzinfarkt und Schlaganfall.
Wo kann man das Schlafproblem untersuchen lassen: In einem Schlaflabor. Dort wird der
gesamte Verlauf des Schlafs getestet und etwa Hirnströme, Augenbewegungen,
Muskelbewegungen, Herz-Kreislauf-Funktionen, Atmung und Körperlage kontrolliert. Nach
der Nacht im Labor wird der Befund geklärt und Therapiemöglichkeiten besprochen.
Die Gründe für Schlafstörungen sind genauso breit gefächert, wie die Schlafstörungen
selbst. Oft sind Routinen schuld daran, wie etwa späte und schwere Kost sowie digitaler
Konsum. Dr. Schafelner rät: „Kurz vor dem Schlafengehen – wenn überhaupt – nur
leichtverdauliche Nahrungsmittel. Hände weg zu dieser Zeit auch von Fleisch und Kaffee.
Am besten wäre es drei Stunden vor dem Schlafengehen die letzte große Mahlzeit
einzunehmen. Und ganz wichtig – für Kinder und Erwachsene: Eine Stunde vor dem
Zubettgehen kein Fernsehen und keine elektronischen Medien.“
Bei leichten Schlafstörungen helfen Hausmittel: leichte Mahlzeiten, warmes Vollbad,
Entspannungsübungen und kühles, durchlüftetes Schlafzimmer. Dazu können auch
Lavendel oder Baldrian in Form von Tees oder Düften helfen. Wenn das nicht hilft, dann
suchen Sie den Weg zur Hausärztin oder zum Hausarzt auf.