„Fast 25 Prozent leiden an Neurodermitis, meistens aber, an wenig intensiven Schüben“, sagt OMR Dr. Johannes Neuhofer, Dermatologe in Linz und Referent für Senioren in der Ärztekammer für Oberösterreich. Das wesentliche Problem bei Neurodermitis ist nicht nur, dass die Haut trocken ist, dass sie schuppt und dass oftmals nässende Ekzeme auf der Haut entstehen – und das besonders in den sensiblen Beugen (innere Seite des gebeugten Armes oder Beines) – sondern, dass der Juckreiz die Menschen so quält.
Die Neurodermitis ist eine chronische oder chronisch-wiederkehrende entzündliche Hauterkrankung, die in Schüben auftritt. In den meisten Fällen tritt sie schon in der frühen Kindheit auf. Oftmals sind Kopfhaut, das Gesicht und die Hände von Neurodermitis betroffen. Über die genauen Ursachen ist man sich noch nicht ganz im Klaren. Es dürften aber mehrere Faktoren zusammenspielen. Auslöser von Neurodermitis können Infektionen, bestimmte Nahrungsmittel, Textilien, Wettersituation (schwül oder Kälte) sowie psychische Faktoren sein – wie etwa besonderer Stress. Daher sollte man diese Faktoren als Betroffener meiden. Hinzu kommt, dass man mit sorgfältiger Hautpflege, richtiger Hautreinigung, Lichttherapie und Medikamenten (etwa Kortison) ganz brauchbare Erfolge erzielt.
Ein Problem für die ganze Familie
Wenn man nichts dagegen unternimmt, wird es unangenehm – nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern für die gesamte Familie. Da in den meisten Fällen eben die Kinder von Neurodermitis betroffen sind, können diese nicht ausreichend schlafen, wenn der Juckreiz besonders schlimm wird. Das bekommen natürlich die Eltern sowie auch die Geschwister voll mit. Wenn die aber alle am nächsten Tag zur Arbeit oder in die Schule müssen, wird es schwierig.
„Die Betroffenen können am nächsten Tag nicht entsprechend arbeiten, sich nicht ausreichend in der Schule konzentrieren oder sind einfach nicht gut drauf. Es ist also eine wirkliche Belastung für alle“, sagt Dr. Neuhofer. Aus diesem Grund sollte man zur Hautärztin bzw. zum Hautarzt gehen, die oder der dann die entsprechenden Empfehlungen gibt. „Da sind etwa die entsprechenden Cremen, die Rückfettung, eventuell mit dem Badezusatz und auch juckreizhemmende Medikation, die eigentlich recht harmlos ist“, sagt Dr. Neuhofer.
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