Magensäureblocker sollen Allergien begünstigen

Für viele gehören sie zum fixen Bestandteil in ihrer Hausapotheke: Magensäureblocker und Mittel gegen Sodbrennen. Doch die Medikamente haben einige Nebenwirkungen, wie jetzt Forscher herausfanden. 

Einerseits hatten amerikanische Wissenschafter bereits 2006 bemerkt, dass sich ihre Patienten nach der Einnahme von Magenschutztabletten besonders häufig die Hüfte brachen. Die Ursache: Nimmt man Magensäureblocker kann im Darm das notwendige Kalzium nicht mehr die Darmwand passieren, somit kann es nicht im Knochen angereichert werden. Die Folge waren dünne und weiche Knochen. Laut den Experten soll das auf die Protonenpumpeninhibitoren zurückzuführen sein.

Durch die oftmals leichtfertige Verschreibung der Arzneimittel mit dem Wirkstoff gab es nicht nur ein größeres Risiko für Osteoporose und Knochenbrüche, sondern auch für Herzinfarkte. Auch Nierenprobleme treten häufiger als bei anderen Personen auf.

Jetzt fanden Forscher der Universität Wien zudem heraus, dass es einen eindeutigen Zusammenhang zwischen den Magensäureblockern und Allergien gibt. Die Wissenschaftler prüften, wie oft die Menschen von 2009 bis 2013 bestimmte Medikamente verschrieben bekamen. Dabei zeigte sich ein Zusammenhang zwischen zwei Erkrankungen: Die Wahrscheinlichkeit, ein Allergiemedikament zu benötigen, war bei Patienten, die schon einen Magensäureblocker verordnet bekommen hatten, zweimal so hoch wie bei anderen Patienten. Vor allem Frauen waren betroffen. Die Forscher gehen davon aus, dass der veränderte Säurewert im Magen die Allergien hervorruft.

Daher sollten Betroffene wenn möglich auf die Magensäureblocker verzichten beziehungsweise diese nicht unbedacht und ständig einnehmen.

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