Verletzungen beim Wandern: So werden Wunden richtig versorgt

Sobald sich die Blätter bunt färben und die goldene Abendsonne am Horizont strahlt, heißt es für viele: Herbst ist Wanderzeit. Doch feuchtes Laub, lose Steine und rutschige Wege erhöhen das Risiko für Stürze und damit auch für Schürf- und Schnittwunden. Wie diese richtig versorgt werden, erklärt MR Dr. Claudia Westreicher, Allgemeinmedizinerin und 1. Vizepräsidentin in der Ärztekammer für Oberösterreich.

Einen kurzen Moment nicht aufgepasst und schon ist es passiert: Man rutscht auf dem feuchten Laub aus und hat eine Wunde am Knie oder den Händen. Doch auch wenn die Wunde nur gering blutet, sollte sie gut versorgt werden. „Besonders bei einem Sturz im Freien können Fremdkörper wie kleine Steinchen oder Erde in die Wunde gelangen. Man sollte sie daher so schnell wie möglich reinigen und anschließend vor weiterer Verunreinigung schützen“, erklärt MR Dr. Claudia Westreicher.


Wunde richtig reinigen und schützen

Tritt der Ernstfall ein und man muss eine Wunde versorgen, gilt bei kleineren, oberflächlichen Verletzungen: Reinigen Sie Ihre Hände so gut wie möglich bzw. desinfizieren Sie diese im Idealfall. Spülen Sie die Wunde anschließend gründlich mit sauberem Trinkwasser. Noch besser wäre, wenn möglich, eine geeignete Wundspüllösung. Entfernen Sie zudem Fremdkörper oder Schmutz, die in die Wunde gelangt sind. Ist die Wunde gereinigt, sollte sie mit einer sterilen Wundauflage oder einem Pflaster gut abgedeckt werden. „Wer gerne wandert und oft outdoor unterwegs ist, sollte immer ein kleines Erste-Hilfe-Set mit Desinfektionsmittel, Wundkompressen, Mullbinden, Pflastern, einer Verbandsschere und sterilen Tupfern in den Wanderrucksack packen. So kann sichergestellt werden, dass die Wunde richtig versorgt und der Heilungsprozess bestmöglich unterstützt wird“, so Dr. Westreicher.


Wann sollte die Wunde ärztlich versorgt werden?

„Kleine Schürfwunden lassen sich meist gut selbst versorgen. Bei größeren Wunden oder starken Blutungen sollte jedoch so rasch wie möglich ärztlicher Rat eingeholt werden. Im Ernstfall ist die Rettung zu verständigen“, betont Dr. Westreicher. Auch wenn eine Wunde nicht ordnungsgemäß abheilt und über einen längeren Zeitraum Probleme bereitet, etwa weil sie sich zunehmend rötet, anschwillt, stärker schmerzt, sich Eiter bildet oder andere Infektionszeichen auftreten, sollte umgehend ärztlicher Rat eingeholt werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Beschwerden auf eine schwerwiegende Infektion hindeuten. Außerdem sollte nach einer verschmutzten Wunde der Tetanus-Impfschutz überprüft werden.

 

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