Kopfläuse bei Kindern: Was Eltern wissen sollten

Wo viele Kinder zusammenkommen, haben Kopfläuse leichtes Spiel. Besonders in Schulen, Kindergärten und Betreuungseinrichtungen treiben die kleinen Parasiten immer wieder ihr Unwesen. Hautarzt Dr. Alex Kilbertus erklärt, wie Eltern Kopfläuse erkennen und was tatsächlich hilft.

Sobald die Schule begonnen hat, verbringen Kinder wieder viel Zeit miteinander – ob im Klassenzimmer, beim Spielen im Kindergarten oder im Hort. Damit steigt natürlich auch die Wahrscheinlichkeit, dass Kopfläuse weitergegeben werden. Es besteht jedoch kein Grund zur Panik! Kopfläuse sind zwar unangenehm, schaden den Kindern aber im Regelfall nicht. Auch die Übertragungswege sind eingeschränkter, als häufig angenommen wird. Kopfläuse können weder fliegen, noch springen – für die Ansteckung ist meist direkter Kontakt erforderlich. Nur selten werden Läuse daher über gemeinsam genutzte Gegenstände übertragen. Kopfläuse sind außerdem kein Resultat mangelnder Hygiene. Theoretisch können die Plagegeister alle Menschen treffen, die engen Kontakt zu einer betroffenen Person hatten.

Wie erkenne ich Kopfläuse?

Nicht immer macht sich ein Lausbefall ausschließlich durch Jucken bemerkbar! Eltern sind daher bei einem Kopflausbefall im Umfeld des Kindes gut beraten, die Kopfhaut und die Haare des eigenen Kindes genau zu untersuchen. „Um wirklich sicher festzustellen, ob ein Befall vorliegt, empfiehlt es sich, die Haare mit einem speziellen Läuse- oder Nissenkamm Strähne für Strähne nach Lauseiern, Larven oder Läusen abzusuchen. Besonders aufmerksam sollte man dabei im Bereich hinter den Ohren, den Schläfen oder dem Nacken sein“, sagt Dr. Alex Jakob Kilbertus, Fachgruppenvertreter für Haut- und Geschlechtskrankheiten in der Ärztekammer für Oberösterreich. 

Die richtige Behandlung

Entdecken Eltern Kopfläuse bei ihren Kindern, sollte rasch mit der Behandlung begonnen werden. Dafür eignen sich am besten spezielle Lausmittel aus der Apotheke, die genau nach Verpackungsbeilage angewandt werden sollten. „Die Behandlung sollte konsequent durchgeführt und – je nach Empfehlung des verwendeten Präparats – nach einigen Tagen wiederholt werden. So erwischt man auch Läuse, die erst nach der ersten Behandlung geschlüpft sind“, erklärt Dr. Alex Jakob Kilbertus. Gleichzeitig sollten alle Familienmitglieder und engeren Kontaktpersonen auf einen möglichen Befall kontrolliert werden. Eine aufwendige Desinfektion der gesamten Wohnung ist hingegen nicht notwendig, da Kopfläuse hauptsächlich durch direkten Kopf-zu-Kopf-Kontakt übertragen werden.

Keine falsche Scham

Damit die Läuse nicht weiter übertragen werden, sollte ein Befall mit Läusen nicht verschwiegen werden. Eltern sollten Schule, Kindergarten oder andere Betreuungseinrichtungen entsprechend den geltenden Vorgaben umgehend informieren. „Kopfläuse sind zwar lästig, aber gut behandelbar. Ausschlaggebend ist, einen Befall frühzeitig zu erkennen, konsequent zu behandeln und enge Kontaktpersonen zu informieren“, so der Dermatologe.

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