Wer konzentriert arbeitet, vergisst gerne, regelmäßig Pausen einzulegen – mit Folgen für die Gesundheit. Stundenlange Arbeit vor dem Bildschirm kann nicht nur Verspannungen, Fehlhaltungen und Konzentrationsprobleme verursachen, sondern auch die Augen belasten. Dabei können schon einfache Maßnahmen helfen, den Augen die nötige Entspannung zu verschaffen.
Ob im Büro oder im Homeoffice – für viele Menschen gehört der Blick auf den Bildschirm zum Arbeitsalltag. Was dabei häufig unterschätzt wird: Stundenlanges Arbeiten am Computer bedeutet Höchstleistung für die Augen. Das permanente Fokussieren auf kurze Distanzen beansprucht die Augenmuskulatur. Gleichzeitig blinzeln wir deutlich seltener als gewöhnlich, wodurch der schützende Tränenfilm nicht mehr ausreichend über die Augenoberfläche verteilt wird. „Die verminderte Lidschlagfrequenz ist einer der Hauptgründe dafür, dass viele Menschen nach einem langen Arbeitstag über trockene und gereizte Augen klagen. In der Augenheilkunde sprechen wir dabei häufig vom sogenannten Office-Eye-Syndrom“, erklärt MR Dr. Paul Niederberger, Fachgruppenvertreter Augenheilkunde und Optometrie in der Ärztekammer für Oberösterreich.
Augen regelmäßig entlasten
Wer täglich mehrere Stunden vor dem Bildschirm verbringt, sollte den Augen bewusst regelmäßige Erholung gönnen. Bereits kurze Pausen helfen den Augen, die einseitige Belastung durch das Arbeiten auf kurze Distanz zu reduzieren. „Nach längeren Bildschirmphasen ist es sinnvoll, den Blick für kurze Zeit vom Monitor zu lösen und aus dem Fenster oder in die Ferne zu schauen. Dadurch entspannen sich die Augenmuskeln, die durch das ständige Sehen auf kurze Distanz besonders beansprucht werden“, so MR. Dr. Niederberger. Außerdem unterstützt bewusstes Blinzeln den natürlichen Tränenfilm und hilft dabei, trockenen Augen vorzubeugen. Zusätzlich tragen eine blendfreie Bildschirmposition, eine angenehme Beleuchtung und ein ergonomisch eingerichteter Arbeitsplatz dazu bei, die Augen im Arbeitsalltag zu entlasten.
Beschwerden ernst nehmen
Nicht alle Augenbeschwerden lassen sich allein auf die Bildschirmarbeit zurückführen. Halten Beschwerden trotz regelmäßiger Pausen an oder treten sie immer wieder auf, sollten sie unbedingt fachärztlich abgeklärt werden. „Hinter trockenen oder müden Augen kann sich auch eine bislang unerkannte Fehlsichtigkeit, eine Hornhautverkrümmung oder ein latentes Schielen verbergen“, sagt MR Dr. Niederberger. Im Rahmen einer augenärztlichen Untersuchung kann zudem festgestellt werden, ob eine spezielle Bildschirmarbeitsplatzbrille sinnvoll ist. Diese wird in bestimmten Fällen vom Arbeitgeber bezahlt. Darüber informiert die Interessensvertretung – etwa der Betriebsrat – die Arbeitnehmerin bzw. den Arbeitnehmer.
So entlasten Sie Ihre Augen im Arbeitsalltag
Legen Sie regelmäßig kurze Bildschirmpausen ein
Richten Sie Ihren Blick regelmäßig auf Gegenstände in unterschiedlicher Entfernung und schauen Sie bewusst öfter in die Ferne
Blinzeln Sie häufiger, damit der Tränenfilm gleichmäßig über die Augenoberfläche verteilt wird
Schließen Sie zwischenzeitlich für einige Sekunden die Augen. Geheimtipp: Decken Sie die geschlossenen Augen locker mit den Handflächen ab – das sorgt für zusätzliche Entspannung
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