Wer in einem Bürojob arbeitet, verbringt, je nach Tätigkeit und Anstellung, nicht selten sechs bis neun Stunden täglich im Sitzen. Die Kombination aus langem Sitzen und mangelnder Bewegung belastet dabei nicht nur Rücken und Nacken, sondern erhöht auch das Risiko für Übergewicht, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. „Unser Körper ist von Natur aus auf Bewegung ausgelegt. Wer den Großteil des Tages sitzend verbringt, sollte bewusst für einen Ausgleich sorgen“, sagt DDr. Karl Hochgatterer, Fachgruppenvertreter Arbeitsmedizin in der Ärztekammer für Oberösterreich.
Was passiert, wenn man zu lange sitzt?
Langes Sitzen führt häufig zu einer einseitigen Belastung der Muskulatur. Die Folge sind Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich sowie Rückenschmerzen. Hinzu kommt, dass die Durchblutung durch langes Sitzen beeinträchtigt wird, der Stoffwechsel langsamer arbeitet und auch der Energieverbrauch sinkt. „Über Jahre hinweg kann Bewegungsmangel das Risiko für chronische Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes oder Bluthochdruck erhöhen“, erklärt DDr. Hochgatterer. Zudem wirkt sich ein Mangel an Bewegung negativ auf die Konzentration aus und auch das allgemeine Wohlbefinden sowie die Psyche können darunter leiden.
Mehr Bewegung in den Arbeitsalltag integrieren
Viele glauben, dass regelmäßige Sporteinheiten nach dem Büro das Problem lösen und den typischen Folgen langen Sitzens entgegenwirken. Sport nach der Arbeit ist gesundheitsfördernd, dennoch ist es auch wichtig, während des Arbeitstages auf ausreichend Bewegung zu achten. „Menschen mit einem Bürojob unterschätzen oft, wie viel bereits kurze Bewegungspausen bewirken können. Dabei können schon wenige Minuten Aufstehen, Gehen oder Dehnen Verspannungen vorbeugen, den Kreislauf aktivieren und die Konzentration steigern“, so DDr. Hochgatterer.
Tipps für mehr Bewegung im Büro
Mindestens einmal pro Stunde aufstehen und einige Schritte gehen
Telefonate, wenn möglich, im Stehen oder Gehen führen
Die Treppe anstelle des Aufzugs nehmen
Drucker, Papierkorb oder Büromaterialien bewusst etwas weiter entfernt platzieren, damit regelmäßig aufgestanden werden muss
Kurze Dehn- und Mobilisationsübungen für Nacken, Schultern und Rücken durchführen
Den Arbeitsweg, wenn möglich, teilweise zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen
Ein höhenverstellbarer Schreibtisch kann hilfreich sein, wenn er regelmäßig genutzt und zwischen Sitzen und Stehen gewechselt wird
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