Festival-Sommer: So bleiben die Ohren geschützt

Gute Stimmung, unvergessliche Momente und auch laute Musik gehören für viele zu Festivals und Konzerten einfach dazu. Dabei kann die hohe Lautstärke der Musik im Extremfall das Gehör schädigen. HNO-Spezialist Dr. Michael Moser gibt Tipps, wie Musikfans ihre Ohren schützen können.

Mit Beginn des Sommers steht die allseits beliebte Festivalzeit an: Tausende Besucherinnen und Besucher genießen die besondere Atmosphäre von diversen Musikevents. Was für Stimmung sorgt, kann jedoch zur Belastung der Ohren werden. Dabei wird vor allem die Kombination aus hoher Lautstärke und langer Beschallungsdauer zum Problem für das Gehör. „Bei Konzerten und Festivals werden oft Lautstärken erreicht, die für unser Gehör eine enorme Belastung darstellen können“, erklärt Dr. Michael Moser, Fachgruppenvertreter Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde in der Ärztekammer für Oberösterreich, und erläutert näher: „Wer sich direkt vor Lautsprechern aufhält, ist teilweise einem Schallpegel von bis zu 120 Dezibel ausgesetzt – dafür ist unser Hörorgan einfach nicht geschaffen.“ Auch bereits deutlich geringere Lautstärken können bei längerer Einwirkung zum Problem werden. „Besonders empfindlich reagieren die feinen Sinneszellen des Innenohres, die für die Verarbeitung von Tönen, Klängen, Geräuschen verantwortlich sind. Werden diese hochspezialisierten Sinneszellen geschädigt, kann das Hörvermögen und Sprachverstehen sogar dauerhaft verschlechtert bleiben“, so der HNO-Arzt.

Gehörschutz ist kein Stimmungskiller

Der Befürchtung vieler Festivalbesucher, dass sie mit einem Gehörschutz die Musik nicht ordentlich wahrnehmen können, entgegnet Dr. Moser: „Moderne Musik-Ohrstöpsel reduzieren die Lautstärke, ohne den Klang wesentlich zu verfälschen. Guter Gehörschutz vermindert daher nicht den Musikgenuss, sondern schützt unsere Ohren vor einer zu hohen Schallbelastung.“ 

Beim Kauf des geeigneten Gehörschutzes sollte man auf die Angaben zur Schalldämmung achten, diese sind meist auf der Verpackung zu finden. Der sogenannte SNR-Wert gibt an, um wie viele Dezibel die Lautstärke durch den Schutz reduziert wird. Für Festivals sind geeignete Gehörschutzstöpsel mit ausreichender Dämmleistung empfehlenswert. Ein SNR-Wert ab 30 oder höher kann, je nach Schallpegel, einen guten Schutz bieten.

Warnzeichen immer ernst nehmen

Ein vorübergehendes Rauschen oder Pfeifen im Ohr nach einem Konzert ist ein deutliches Signal, dass das Gehör zu stark beansprucht wurde. Auch ein Gefühl von „verstopften Ohren“ oder eine eingeschränkte Hörfähigkeit sollten keinesfalls ignoriert werden. „Wenn nach einer Musikveranstaltung Beschwerden im Sinne einer Hörstörung oder eines Tinnitus auftreten und bestehen bleiben, sollte man diese unbedingt HNO-ärztlich abklären lassen. Bei Hörproblemen und auch Tinnitus zählt oft rasches Handeln – wer sich also nicht sicher ist, ob sein Gehör geschädigt wurde, sollte besser früher als später HNO-ärztlichen Rat einholen“, rät Dr. Moser. 

Tipps für einen sicheren Festivalbesuch

  • Unbedingt Gehörschutz verwenden – besonders bei langen Konzerten und in Lautsprechernähe

  • Regelmäßig Pausen in ruhigeren Bereichen einlegen, damit sich das Ohr erholen kann

  • Nicht direkt und vor allem auch nicht auf Dauer vor Lautsprechern stehen

  • Bei Ohrgeräuschen oder Hörminderung das Gehör schonen und Beschwerden ernst nehmen – am besten fachärztlich abklären lassen

  • Bei Kindern besonders auf den passenden Gehörschutz achten, da junge Ohren besonders empfindlicher sind

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