Die steigenden Zahlen bei Diabetes mellitus sind eng mit unserem Lebensstil verknüpft. Während Risiko-Faktoren wie ungesunde Ernährung, übermäßige Kalorienzufuhr, Bewegungsmangel, Übergewicht und Schlafmangel dabei schon lange im Fokus stehen, wird ein wichtiger Faktor oftmals übersehen: chronischer Stress. MR. Dr. Angelika Reitböck, Allgemeinmedizinerin und Dermatologin sowie Leiterin des Vorsorgereferats in der Ärztekammer für Oberösterreich erzählt: „Wir sehen in der Praxis ganz klar, dass die dauerhafte Stressbelastung der Menschen deutlich zunimmt. Dadurch, dass wir ständig E-Mails beantworten müssen, auf Social Media aktiv sind, vielleicht auch in der Arbeit Zeitdruck haben und mehr Aufgaben erledigen müssen, steigt der Stresspegel.“
Der menschliche Körper reagiert darauf mit einem uralten Mechanismus: Er schüttet vermehrt Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin aus, wodurch auch der Blutzuckerspiegel steigt. „In Zeiten als die Bedrohung durch wilde Tiere allgegenwärtig war, war diese Reaktion des Körpers überlebenswichtig, um sich vor Gefahren in Sicherheit zu bringen. Heute haben wir das Problem, dass wir die freigesetzte Energie häufig nicht abbauen können. Der Blutzuckerspiegel bleibt also hoch, ohne durch Bewegung reguliert zu werden“, so die Medizinerin. Das werde vor allem dann problematisch, wenn die Stressbelastung konstant hoch bleibt und Faktoren wie Bewegungsmangel und übermäßiger Konsum zuckerhaltiger Lebensmittel hinzukommen.
Zusätzlich verschärft Schlafmangel das Problem: Wer dauerhaft zu wenig oder zu kurz schläft, setzt den Körper zusätzlichem Stress aus. Ein kontinuierliches Schlafdefizit beeinträchtigt den Stoffwechsel und fördert die Entstehung einer Insulinresistenz. Damit kommt es zu einem Zusammenspiel mehrerer Risikofaktoren, das die Entstehung von Diabetes begünstigt.
Aus diesem Grund sei es wichtig, Stress nicht als gegeben hinzunehmen und aktiv etwas dagegen zu unternehmen! „Entspannungsübungen, bewusste Pausen, Bewegung, gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf sind entscheidende Faktoren, um den Körper wieder ins Gleichgewicht zu bringen und das Diabetes-Risiko zu minimieren“, sagt MR Dr. Reitböck.
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