„Hast du heute gut geschlafen?“ Viele Menschen können diese Frage nicht immer mit einem klaren „Ja“ beantworten – sie schlafen zu unruhig, zu kurz oder liegen stundenlang wach, bevor sie überhaupt einschlafen. Dabei ist erholsamer Schlaf essenziell für unser körperliches und psychisches Wohlbefinden. „Wenn jemand hin und wieder schlecht schläft, ist das noch kein Grund zur Sorge. Schläft man jedoch regelmäßig wenig erholsam, kann das Folgen für Gesundheit, Konzentration und Leistungsfähigkeit haben“ erklärt MR Dr. Angelika Reitböck, Allgemeinmedizinerin und Referentin für Vorsorge- und Gesundheitsmanagement.
Warum Schlaf für die Gesundheit unverzichtbar ist
Der Ausspruch „eine Nacht darüber schlafen“ kommt nicht von ungefähr. Schlaf dient der Regeneration von Körper und Geist. Wer sich am Vorabend noch in endlosen Gedankenschleifen verliert oder körperlich erschöpft ist, kann am nächsten Tag oft schon deutlich erholter und klarer denken. „Während der Nacht laufen zentrale Prozesse ab. So wird beispielsweise das Immunsystem gestärkt, das Gehirn verarbeitet Erlebnisse und Informationen. Außerdem werden Stresshormone abgebaut, wodurch wir nach einer erholsamen Nacht gestärkt aufwachen“, so MR Dr. Reitböck. Dauerhafter Schlafmangel hingegen schadet dem Körper, erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen sowie psychische Belastungen wie Anspannung oder depressive Störungen. Empfohlen werden etwa 7 bis 9 Stunden Schlaf, um sich wirklich erholt zu fühlen – allerdings kann das von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein, manche kommen auch mit weniger aus. Hier gilt es auf den eigenen Körper zu hören und darauf zu achten, wie erholt man sich nach dem Schlaf wirklich fühlt.
So fördern Sie gesunden Schlaf
Die gute Nachricht: Wer unter Einschlafproblemen oder unruhigem Schlaf leidet, kann die Schlafqualität oft deutlich verbessern – vorausgesetzt, die Probleme haben keine krankheitsbedingten Ursachen.
Mit diesen einfachen Maßnahmen lassen sich Körper und Geist optimal auf die Nacht vorbereiten:
- Regelmäßige Schlaf- und Aufstehzeiten auch am Wochenende
- Feste Abendrituale für die Einstimmung auf die Nacht
- Für eine erholsame Umgebung im Schlafzimmer sorgen
- Kühles (ca. 17–20 °C), ruhiges und dunkles Schlafzimmer
- Elektronische Geräte vor dem Schlafengehen meiden
- Leichte Mahlzeiten vor dem Schlaf, 2-3 Stunden vor dem zu Bett gehen nichts mehr essen
- Verzicht von Alkohol und Kaffee am Abend
- Entspannungsrituale wie Atemübungen, Meditation oder Lesen
- Regelmäßige Bewegung am Tag, nicht unmittelbar vor dem Schlafen
- Gedanken oder Sorgen vor dem Schlafen in einem Notizbuch festhalten, um den Kopf freizubekommen
Wann ist ärztlicher Rat sinnvoll?
Gelegentliche Schlafprobleme sind nicht besorgniserregend. Bestehen jedoch längere Zeit anhaltende Einschlaf- oder Durchschlafstörungen, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Eine frühzeitliche Abklärung hilft, mögliche gesundheitliche Ursachen zu erkennen und gezielt zu behandeln.
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