Gesund und motiviert durch die Fastenzeit

Sobald der Fasching endet, beginnt mit Aschermittwoch traditionell die Fastenzeit. Diese nutzen viele, um bewusster zu leben und den Körper zu entlasten. Mit den richtigen Strategien und gesunden Gewohnheiten lassen sich Fastentage leichter durchhalten – ohne dass die Gesundheit leidet.

Richtiges Fasten kann das Immunsystem stärken, die Zellgesundheit fördern und den Blutzucker regulieren. Gleichzeitig bietet es die Chance, die eigene Selbstdisziplin zu trainieren und bewusster mit Genussmitteln umzugehen. „Mit der richtigen Umsetzung kann Fasten die Gesundheit nachhaltig stärken und positive Effekte auf das Wohlbefinden haben. Wichtig ist, dass die eigenen Grenzen respektiert werden und kein Leistungsdruck entsteht“, erklärt Dr. Johanna Holzhaider, Kurienobmann-Stv. der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in der Ärztekammer für Oberösterreich und Allgemeinmedizinerin.

Motivation beibehalten: So gelingt das Fasten im Alltag

Wer kennt es nicht? Zu Beginn der Fastenzeit ist die Motivation hoch, am Ende nimmt sie rapide ab. Gerade in stressigen Phasen fällt es vielen schwer, beim Fasten konsequent zu bleiben. Kleine Strategien können helfen, motiviert zu bleiben:

  • Langsam umstellen: Gewöhnen Sie Ihren Körper in kleinen Schritten an die Umstellung, so kann er sich sanft an die neue Ernährungsweise anpassen.

  • Ausreichend trinken: Wasser, Kräutertees oder ungesüßte Getränke helfen, den Körper mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen.

  • Bewegung an der frischen Luft: Kurze Spaziergänge steigern die Energie und wirken sich positiv auf die Laune aus.

  • Entspannung einplanen: Gezielte Entspannungsübungen stärken das Wohlbefinden in der Fastenzeit.

  • Ablenkung nutzen: Tätigkeiten, die Spaß machen, lenken vom Verzicht ab.

  • Kleine Zwischenziele setzen: Wer sich nicht gleich zu viel vornimmt, kann sich schneller an Erfolgserlebnissen erfreuen und bleibt eher dran. 

  • Erfolge bewusst wahrnehmen: Wer Erfolge feiert, ist motivierter weiterzumachen.

  • Gemeinsam stark: Suchen Sie Unterstützung im Freundes- oder Familienkreis.

Welche Fastenarten unterstützen das Durchhalten?

Fasten muss nicht unbedingt bedeuten, vollständig auf Nahrung zu verzichten. Viele wählen aus gutem Grund sanftere Varianten, die auch das Durchhalten erleichtern:

  • Intervallfasten: Für Einsteiger geeignet ist das 12:12-Fasten (12 Stunden Nahrungsaufnahme, 12 Stunden Fasten). Häufiger praktiziert wird das 16:8-Fasten (8 Stunden sind für das Essen reserviert, 16 Stunden für das Fasten).

  • Tageweises Fasten: Einzelne Fastentage pro Woche oder längere Fastenperioden mit Vorbereitungs-, Fasten- und Aufbauphasen.

  • Verzicht auf einzelne Genussmittel: Zucker, Alkohol oder stark verarbeitete Lebensmittel werden reduziert. Auch Digital Detox kann als Form des Fastens umgesetzt werden.

Wichtig: Auf Körpersignale achten

Fasten wirkt sich nur dann positiv auf die Gesundheit aus, wenn der Körper nicht überlastet wird. Wer auf Signale wie Schwindel, starke Müdigkeit oder Kreislaufprobleme achtet, schützt seine Gesundheit und verhindert Komplikationen.

Außerdem gilt: Fasten ist nicht für alle geeignet! „Besonders bei Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Problemen, Essstörungen, chronischen Krankheiten oder während der Schwangerschaft und Stillzeit ist ärztliche Beratung wichtig. Das gilt auch bei der Einnahme von bestimmten Medikamenten“, betont Dr. Holzhaider. Wer gesundheitliche Probleme hat, solle das Fasten also immer mit einer Ärztin oder einem Arzt abstimmen, das sei vor allem auch dann unverzichtbar, wenn jemand beim Fasten gänzlich auf Nahrungsaufnahme verzichten möchte. „Radikale Nulldiäten oder längeres Hungern können dem Körper schaden und sollten ohne medizinische Begleitung vermieden werden“, so die Allgemeinmedizinerin.

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