Bis zu 32 Stunden lange Dienste, dazu an ein bis zwei Wochenenden pro Monat arbeiten – wen wundert es, dass uns die Turnusärzte davon laufen? Mich nicht! Die schlechten Arbeitsbedingungen, die derzeit in den oberösterreichischen Spitälern herrschen, müssen schnellstens geändert werden, sonst stehen wir vor dem Verlust einer ganzen Ärztegeneration. Was das für Sie bedeutet? All jene, die jetzt an die 50 sind, werden im Alter keine Ärzte mehr haben, die sie betreuen. Erschreckende Aussichten, oder? Dabei sind unsere Jungärzte äußerst interessiert und motiviert. Aber was nützt ihnen das, wenn niemand da ist, der ihr Interesse an Wissen und Ausbildung stillen kann? Die Ärzte in den Spitälern sind mit ihrer eigenen Arbeit mehr als ausgelastet. Da bleibt keine Zeit, die Jungen zu unterrichten. Es braucht Stationsassistenten, um sowohl die Oberärzte wie auch die Turnusärzte zu entlasten und mehr Zeit für die Ausbildung zu haben.

Von der Bezahlung rede ich noch gar nicht. Ein Stundenlohn von 15 Euro brutto für ihre verantwortungsvolle Arbeit. Würden Sie das akzeptieren?

Natürlich ist die geplante Medizin-Uni eine Möglichkeit, künftige Ärzte an Oberösterreich zu binden. Nur werden sie nicht bleiben, wenn Bezahlung und Arbeitsbedingungen in benachbarten Bundesländern oder im Ausland um ein Vieles besser sind. Wir müssen uns auf unsere Jungärzte schauen! Sie sind die Zukunft. Von ihnen hängt eine langfristig gesicherte Versorgung ab. Ich persönlich möchte auch noch in einigen Jahren die Sicherheit einer bestmöglichen Versorgung haben. Ich denke, das ist auch in Ihrem Interesse. Oder?