Wie wichtig Gesundheit ist fällt einem erst auf, wenn man Schmerzen hat, beeinträchtigt ist, Hilfe braucht. Wobei wir in Österreich das Glück haben, uns, wenn wir krank sind, zumindest keine Sorgen um die medizinische Versorgung machen zu müssen: Wir sind krankenversichert und erhalten die Behandlung, die wir brauchen – unabhängig vom sozialen Status und Einkommen. Das nennt man Solidarsystem.

Die Kosten für unsere medizinische Versorgung steigen jährlich. Das hat viele Gründe: Die Fortschritte der Medizin, die uns eine längere Lebenserwartung bescheren aber auch mehr finanzielle Mittel erfordern, die Bevölkerungsentwicklung … Trotzdem ist es im Interesse aller, der Bevölkerung eine gute Gesundheitsversorgung zu bieten. Denn Krankheit und deren Folgen (Pflege, Erwerbslosigkeit etc.) verursachen noch höhere Kosten.

Wenn mein Gehalt gekürzt wird, habe ich zwei Möglichkeiten: Entweder ich mache weiter wie bisher. Dann werde ich über kurz oder lang Probleme mit meiner Bank bekommen. Oder ich überlege mir, worauf ich verzichten kann: Gutes, gesundes Essen möchte ich mir weiter leisten, auswärts essen gehen muss ich nicht unbedingt.

Genauso sollte es der Staat handhaben und entscheiden: Bietet er weiterhin eine umfassende gute Gesundheitsversorgung für alle und nimmt daher steigende Kosten in Kauf? Dann muss woanders gespart werden. Oder versucht er, die Leistungen einzuschränken und so die Ausgaben für Gesundheit zu drosseln? Hier bedarf es endlich einer ehrlichen Diskussion. Es geht um eine Grundsatzentscheidung, die die von uns gewählten Vertreter treffen müssen.