Seit einigen Jahren sinkt die Zahl der Ärzte in den Spitälern Oberösterreichs. Nicht aber die der Patienten. Dass verheißt nichts Gutes für das Gesundheitssystem.

Die Situation spitzt sich also zu. Extreme Dienste mit bis zu 32 Stunden ohne Unterbrechung sind bei Spitalsärzten keine Seltenheit, Nachtdienste und Schichtdienste belasten ohnehin genug. Dazu gesellt sich ein Phänomen: Während die Zahl der Ärzte sinkt, steigt die Bürokratie. Bis zu dreimal eine Diagnose in den Computer tippen ist Tristesse pur. Ein Spitalsarzt hat zwischen 40 und 55 Prozent seiner Arbeitszeit für die Dokumentation aufzuwenden. Da wundert es nicht, dass bereits 114 Arztstellen in den Spitälern Oberösterreichs nicht nachbesetzt werden können. Immer weniger Ärzte haben Lust auf solche Arbeitsbedingungen, immer mehr junge und auch sehr erfahrene Mediziner zieht es in andere Länder.

Was also tun, um die medizinische Qualität trotz prekärer Situation auf noch hohem Niveau halten zu können? Und um mehr Zeit für die Patienten zu haben? Erstens könnten Dokumentationsassistenten die Ärzte von der vielen Bürokratie entlasten, zweitens könnte qualifiziertes Pflegepersonal bestimmte Tätigkeiten – wie zum Beispiel Blut abnehmen – übernehmen. Gesetzlich ist das längst möglich.

Doch die meisten Spitalserhalter stellen weder Assistenten ein, noch nehmen sie die Pflege in die Pflicht. Auch die Pflege ihrerseits müsste entlastet werden, etwa durch Pflegehilfsdienste. Es braucht also eine neue Gesamtstruktur der Arbeitsabläufe in den Spitälern. Jetzt – und nicht erst dann, wenn der Patient aufgrund des Gesundheitssystem unheilbar erkrankt ist.