Die Spitäler sind überlastet, die Wartezeiten werden immer länger, und auch im niedergelassenen Bereich sind die Ärztinnen und Ärzte an den Grenzen ihrer Belastbarkeit angelangt: Im medizinischen System arbeiten die Menschen rund um die Uhr. Der Ärztemangel in Oberösterreich betrifft nicht nur die Spitäler, sondern auch die Kassenstellen, die nur schwer nachbesetzt werden können. Natürlich wissen wir, wenn wir uns für den Beruf Arzt entscheiden, dass dieser sehr oft außergewöhnlichen Einsatz erfordert. Wenn dann aber die Versorgung der unzähligen Patienten nicht mehr garantiert werden kann, führt das zu Stress, Druck und Demotivation bei den Ärzten. Ein wichtiger Faktor an dieser Stelle sind deshalb die Patientinnen und der Patient selbst. Sie als Patient können mithelfen, dass die Belastungen des Gesundheitssystems etwas verringert werden. Beginnen können Sie damit, indem Sie selbst achtsam und präventiv mit Ihrer Gesundheit umgehen, denn ein ausgewogener Lebensstil hält Sie gesund und macht keine medizinische Intervention notwendig. Empfehlenswert ist es auch, sich an die vorgegebenen medizinischen Wege zu halten. Wenn es sich um keinen akuten Notfall handelt, sollten Sie, anstatt die Spitalsambulanz, besser einen Hausarzt oder Facharzt aufsuchen. Es muss ein Bewusstsein dafür entwickelt werden, dass der Allgemeinmediziner und der niedergelassene Facharzt die ersten Ansprechpartner im Gesundheitssystem sind. Wenn kein Notfall vorliegt, dann reicht der Arztbesuch auch oft erst am Morgen des nächsten Tages. Außerdem gibt es den hausärztlichen Notdienst (HÄND) mit der Notrufnummer 141 rund um die Uhr. Dies kann helfen, die Patienten dort zu behandeln, wo es sinnvoll ist und auch Ressourcen schont. Damit ist jedem am besten geholfen.