Die grundsätzliche Idee der Spitalsentlastung, der Versorgung außerhalb des Krankenhauses, der besseren Vernetzung der Gesundheitsberufe und der gestärkten wohnortnahen Patientenbetreuung wird von allen Ärztekammern seit vielen Jahren eingefordert. Doch die vorliegenden Eckpunkte für ein geplantes PHC-Gesetz gehen in eine völlig falsche Richtung. Das wäre nichts anderes als die Zerstörung des Hausarztes! Anstatt die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte zu stärken, läuft dieses Gesetz auf eine zentralisierte, kasseneigene Ambulatoriumsmedizin hinaus – weg vom Hausarzt.

Wir Ärzte appellieren, dass die Pläne für ein solches Gesetz ad acta gelegt werden und ein vernünftiger, kooperativer Weg beschritten wird, um den extramuralen Sektor – also die ärztliche Versorgung außerhalb des Krankenhauses – zu stärken. Eine erweiterte Gruppenpraxis muss schnellstens umgesetzt werden. Wir liefern seitens der Ärztekammer bereits seit Jahren Vorschläge für mehr Gruppenpraxen, die die Politik aber immer abgeblockt hat. Falls dieses geplante PHC-Gesetz tatsächlich kommt und die Ärzte als Partner der Sozialversicherung nicht mehr willkommen sind, steigen wir aus dem Gesamtvertrag aus! Eine solche Ambulatoriumsmedizin würde für Sie als Patient längere Wege nicht nur zum Facharzt, sondern auch zum Allgemeinmediziner bedeuten. Der Hausarzt, den Sie kennen und dem Sie vertrauen, wäre damit Geschichte.