Geht es nach den Richtlinien zum so genannten Mystery Shopping, müssten Ärztinnen und Ärzte jeden Patienten verdächtigen, eine Erkrankung nur vorzutäuschen – es könnte nämlich ein Kontrolleur sein. Doch der Entwurf für Richtlinien des Hauptverbandes verletzt nachweislich das Rechtsstaatsprinzip und den Gleichheitsgrundsatz.  

Sie als Patient werden damit, so wie die Ärzte, in übelster Weise in Misskredit gebracht. Mit solchen Vorgehensweisen werden Sie als Patient als potenzieller Verbrecher abgestempelt. Der Mystery Shopper ist im Grunde nichts anderes als ein letztklassiger Geheimdetektiv. Das ist eine Ungeheuerlichkeit erster Ordnung. Da wird unterstellt, es gäbe arbeitsscheue Menschen, die sich den Krankenstand erschwindeln, und ‚schein-gierige‘ Ärzte, die jeden gewünschten Krankenstand gleich verordnen. Das sind unverschämte Unterstellungen. Es besteht dringender Handlungsbedarf, denn die oberösterreichische Bevölkerung ist sicher besser, als die Bundespolitik denkt. Auch die Landespolitik ist aufgefordert, klarzustellen, dass sie eine bessere Meinung von ihrer Bevölkerung und der Ärzteschaft hat als die Bundespolitik und dass sie vor solch niedrigen Verdächtigungen und Unterstellungen zu schützen weiß.

Wenn ein Patient mit einem Problem zum Arzt kommt, hat er mit der E-Card die Hoffnung, einen Zugang zum System zu bekommen. Aber der Arzt hilft dann nicht mehr. Wichtig ist jetzt vielmehr, einen oberösterreichischen Weg zu finden. Auf Basis des partnerschaftlichen Verhältnisses mit der OÖ. Gebietskrankenkasse hoffen wir, dass diese Spitzel bei uns nicht eingesetzt werden. Es wäre nicht das erste Mal, dass in Oberösterreich ein gedeihliches und wertschätzendes Klima geschaffen werden kann.