Szenario 1: Schmerzen im Knie? Ungeklärte Verdauungsbeschwerden? Ein Knoten? Viele Menschen konsultieren in diesem Fall zuerst das world wide web. Was sie bei Dr. Google sicherlich nicht finden: Eine fachlich richtige Begutachtung mit anschließender Diagnose. Stattdessen: Vermutungen, oft verbunden mit der Angst, dass es etwas Schlimmes sein könnte.

Szenario 2: Husten, und das schon seit Wochen. Mit der angebrochenen Packung Hustensaft vom vergangenen Winter wird’s schon gehen, unter der Woche ist ohnehin keine Zeit, zum Arzt zu gehen. Am Samstagabend wird der Husten dann unerträglich, also ab in die nächste Spitalsambulanz. Die Ärzte dort sind ja ohnehin im Dienst.

Weder Dr. Google noch die Spitalsambulanz sind für die geschilderten Fälle die richtige erste Anlaufstelle, sondern der Hausarzt. Dort wird eine erste Untersuchung gemacht, wenn nötig, wird der Patient zum Facharzt oder ins Spital überwiesen.

Warum Sie sich den Weg zum Hausarzt nicht sparen sollten? Er kennt Sie und er kann in jedem Fall helfen: Entweder direkt, oder indem er sie an die richtigen Ansprechpartner verweist.

Zuerst zum Hausarzt, dann zum Facharzt in der Ordination bzw. ins Spital – vom richtigen Zugang zur Medizin profitieren alle: Die Patienten und das System. Hier sollte eine Gesundheitsreform ansetzten – das wäre im Sinne einer guten Versorgung wesentlich effektiver als die Festlegung von Kostendämpfungszielen, wie sie aktuell praktiziert wird. Auf die Kosten würde sich eine bessere Lenkung der Patientenströme im Übrigen auch positiv auswirken – ganz nebenbei, ohne Einbußen bei der medizinischen Versorgung.