„Das Gesundheitswesen im Spannungsfeld zwischen Anspruchshaltung und Ökonomie“ war der Titel einer Veranstaltung, die kürzlich im Ars Electronica Center stattfand. Worum geht es hier grundsätzlich?

Mündige, informierte, selbstbewusste Patienten verlangen zu Recht nicht nur umfassende Information, sondern auch die beste Therapie.

Krankenkassen, Spitalsverwaltungen und – in letzter Instanz – die Gesundheitspolitik haben die Kostenentwicklung im Fokus. Das heißt sich mit den Ansprüchen der Patienten, die das Beste (nicht das Billigste) wollen, und der Ärzte, die ihren Patienten das Beste (nicht das Billigste) zukommen lassen wollen.

Wir Ärzte stehen unter massivem Zeitdruck, ökonomischen und rechtlichen Druck. Wie sollen wir unter diesen Voraussetzungen unsere Patienten optimal behandeln? Optimale Behandlung braucht Zeit, Know how und oft teure Heilmittel und Geräte. Das heißt: In Personal investieren, in die Ärzteausbildung investieren, in medizinischen Fortschritt investieren!

Fest steht, dass die Entscheidung, welche Gesundheitsleistungen sich die Gesellschaft leisten will und wer Anspruch darauf hat, die Gesellschaft – bzw. die von ihr gewählten politischen Vertreter – treffen müssen.

Fest steht auch, dass die Politik einen Paradigmenwechsel, wie derzeit im Zuge der Gesundheitsreform geplant, ihren Wählern klar und deutlich mitteilen muss. Letzteres vermisse ich bei der aktuellen Gesundheitsreform, bei der massive Einsparungen eine Reduktion der öffentlich finanzierten Gesundheitsleistungen zur Folge haben werden. Das sollten die Patienten und Wähler wissen!