Jetzt sind Ferien. Gut so – jeder braucht einmal Erholung, Zeit zum Nachdenken. Die einzigen, die das anders sehen, sind die Medien, die den sommerlichen Mangel an hitzig geführten und rasch wieder vergessenen politischen Diskussionen oft als „Sommerloch“ beklagen.

Dabei würde die tagespolitische Auszeit Chancen bieten: Der Politik, die nun Zeit hätte, sich in Probleme zu vertiefen, ohne dem Druck der Dauerinformation nach außen ausgesetzt zu sein. Den Medien, die endlich Platz für Hintergrund-Berichte haben. Und uns, um unsere Konzepte der Gesundheitspolitik neuerlich darzustellen.

Auszeit also, die Kraft gibt für Neues. Vor den Nationalratswahlen würde es nicht schaden, sich einige Themen jetzt in Ruhe vorzunehmen. Naturgemäß denke ich hier an verschiedene Bereiche der Gesundheitspolitik: Den Mangel an Hausärzten, der in manchen Regionen bereits ein großes Problem darstellt. Lösungsansätze: Lehrpraxis, Praxisgemeinschaften, Vergrößerung der Notdienstsprengel, Erhalt der Hausapotheken…

Überlastete Spitalsärzte, die nach 25 Arbeitsstunden gerne nach Hause gehen würden, anstatt noch einen 8-Stunden-Arbeitstag anzuhängen.

Verunsicherte Patienten, die einfach nur gut versorgt sein wollen und – mangels Lenkung – sehr oft an der falschen Stelle landen: Stichwort überlastete Spitalsambulanzen.

Themen gäbe es also genug, wenn man die Gesundheitsversorgung nachhaltig verbessern bzw. sich ankündigende Probleme vermeiden will. Lösungsansätze liegen auch schon auf dem Tisch. Diese ernsthaft weiterzuverfolgen erscheint mir sinnvoller, als nach den Ferien ein paar Wahlzuckerl aus dem Hut zu zaubern.