Fünf Kassenstellen für Allgemeinmedizin sind derzeit in OÖ nicht besetzt. Viele Stellen müssen mehrmals ausgeschrieben werden, bis sich ein Bewerber findet. Schon klar – wir haben generell zu wenige Ärzte. Bei den Landärzten macht sich der Ärztemangel besonders heftig bemerkbar. Dafür gibt es mehrere Gründe:

Viele Medizin-Studierende bleiben nach dem Studium in ihrer Universitätsstadt. Eine Möglichkeit, in Linz Medizin zu studieren, würde zumindest garantieren, dass mehr Ärzte in Oberösterreich bleiben. Eine Anstellung in einem Spital im Stadtgebiet ist besser mit dem Familienleben vereinbar als eine Ordination am Land: Die Jobmöglichkeiten für den Partner und die Kinderbetreuung sind besser, die Dienste sind planbarer. Die jungen Ärzte lernen während der Ausbildung den Ordinationsbetrieb nie kennen. Das wäre anders, würde man die Ärzte während der praktischen Ausbildung schon auf die Anforderungen vorbereiten. Die Ärztekammer setzt sich deshalb seit langer Zeit dafür ein, dass eine Lehrpraxis verpflichtend in die praktische Ausbildung zum Allgemeinmediziner integriert wird. Die Ärzte würden damit auf den Praxisalltag optimal vorbereitet und würden vor allem auch die schönen Seiten der Arbeit als „Hausarzt“ kennen lernen.

Warum die Lehrpraxis, die viele Probleme lösen könnte, trotzdem noch nicht umgesetzt ist? Es scheitert, so die verantwortlichen Politiker, an der Finanzierung. Die knapp 17 Millionen Euro, die notwendig wären, um für angehende Allgemeinmediziner ein verpflichtendes Praxisjahr umzusetzen, wären jedoch gut investiert!