Durch die Kassenfusion wird Oberösterreich sehr viel Geld verlieren. Der Linzer Volkswirtschaftsprofessor Dr. Friedrich Schneider rechnet, dass pro Jahr für Oberösterreich ein negativer Gesamteffekt zwischen 87 und 191 Millionen Euro entstehe. Genau jenes Bundesland also, das am effizientesten gewirtschaftet und die geringsten Gesundheitsausgaben pro Kopf hat, soll auch noch dafür bestraft werden. Denn nach der Kassenfusion soll aus Oberösterreich künftig noch mehr Geld zur Zentralkasse fließen. Auch die Leistungen werden reduziert: Spezielle Vereinbarungen und regionale Lösungen wie der Hausärztliche Notdienst HÄND oder die weitgehende Beseitigung der Chefarztpflicht sind gefährdet. Künftig sei es laut Schneider unmöglich, derartige Sonderregelungen zu entwickeln.

Schon bisher sind über den Solidarfonds der Kassen viele Millionen aus Oberösterreich abgeflossen. Angesichts dieser neuen Zahlen ist der Mittelabfluss ein unglaublicher Affront. Wir können als Ärztekammer für OÖ unsere Forderung nur unterstreichen: kein Geld zur Zentralkasse! Auch die hier gebildeten Rücklagen dürfen nicht zur Zentralkasse abfließen. Den Oberösterreichern darf kein Geld entzogen werden. Alle ihre Beiträge für die Gesundheitsversorgung müssen ihnen auch wieder zugutekommen. Schließlich ist hier das Geld erwirtschaftet worden.