Es brauche den „best point of service“, verkünden selbsternannte Gesundheitsexperten und meinen damit mehrere Gesundheitsdienstleister unter einem Dach. Der Patient soll beispielsweise vom Allgemeinmediziner untersucht, vom Facharzt geröntgt und vom Masseur behandelt werden. Und von der Apotheke nimmt er die Salbe mit.

So weit, so schlecht. Denn private Versorgungszentren spielt es am Land nicht. Kleine dörfliche Strukturen sind nicht geeignet fürs große Geschäft. Am Land sind die Hausärzte seit jeher die medizinischen Nahversorger. Patienten wissen den kurzen Weg, das vertraute Umfeld und die persönliche Beziehung zu schätzen. Und sie schätzen es besonders, wenn sie in der Ordination oder bei der Visite vom Arzt das Medikament in die Hand bekommen – und sich die Fahrt zur Apotheke sparen können. Es ist ja unsinnig, wenn der Arzt ohne Hausapotheke einen Patienten mit 40 Grad Fieber am Sonntag 30 Kilometer zur Apotheke schicken muss, nur weil er ihm kein Medikament geben darf. Dieses starre System ist eine Schikane für die Patienten.

Es ist hier höchst an der Zeit, patientenfreundlich zu agieren. Allgemeinmediziner mit Hausapotheken sind für die ländlichen Regionen unverzichtbar. Es braucht keine neuen Regeln und Einschränkungen, die es erschweren, Hausapotheken zu führen und Ordinationen am Land nachzubesetzen. Wir brauchen ein neues Gesetz, das die Hausapotheken absichert. Ein dichteres Netz von Ärzten mit Hausapotheken würde die Nahversorgung mit Medikamenten flächendeckend, hochqualitativ und langfristig sichern. Damit der Hausarzt für den Patienten immer der „best point of service“ ist.