Über die überlasteten Ambulanzen in den Spitälern wird wieder einmal lebhaft diskutiert. Auffallend dabei ist: Selbsternannte Experten wissen es besser, wie eine Fernsehdiskussion zeigte. Es brauche regionale Versorgungszentren, sagen sie, um den Andrang in den Ambulanzen eindämmen zu können.

Regionale Versorgungszentren, das hieße also, zwischen den Haus- und Fachärzten in den Ordinationen einerseits und den Spitälern andererseits eine neue Ebene einzuziehen. Das hieße auch, Probleme bloß von einer Seite auf die andere zu verlagern. Das hieße auch, mehr Verwaltung und höhere Kosten zu verursachen. Das soll ein Weg sein, der in die Zukunft führt? Wer regionale Versorgungszentren vorschlägt, der sei daran erinnert: Hausärzte garantieren seit langem eine bewährte und erstklassige Versorgung rund um die Uhr, Tag und Nacht, an Wochenenden und Feiertagen, auch in entlegenen Regionen. Hausärzte übernehmen mehr und mehr Nachsorge, weil Patienten früher aus den Spitälern entlassen werden. Das machen sie gerne, dafür sind sie ausgebildet. Doch geschätzt wird das nicht, wie ein Beispiel zeigt: Wenn der Arzt eine gewisse Patientenzahl im Abrechnungszeitraum erreicht hat, gibt es für die gleiche Leistung plötzlich 30 bis 80 Prozent weniger Honorar. Anders ausgedrückt: Eine Überstunde ist weniger wert als eine normale. Das ist an Ungerechtigkeit nicht zu überbieten.

Den niedergelassenen Bereich stärken, für ihn faire Bedingungen schaffen – hier ist anzusetzen, um auch künftig eine Versorgung rund um die Uhr sichern zu können. Und nicht etwas Neues erfinden, das alles nur teurer und komplizierter macht!