Primärversorgung lautet das neue Zauberwort. Ein Team rund um den Hausarzt arbeitet nach verbindlichen Regeln eng zusammen. Ärzte, Diätberaterinnen, Physiotherapeuten, mobile Hauskrankenpflege und andere Gesundheitsberufe vernetzen sich. Wertvolle Informationen sollen nicht verloren gehen. Mir gefällt diese Idee. Sie kann aber nur funktionieren, wenn auch die Bedingungen passen. Die unendlich vielen organisatorischen Details müssen von jenen mitgestaltet werden, die mit den Patienten arbeiten. Und dann muss der Gesundheitspolitik auch klar sein, dass die neuen Netzwerke zur Primärversorgung etwas kosten: Teamarbeit ist ein großer Aufwand und wertvolle Arbeitszeit, die auch abzugelten ist. Wie sich auch sonst im Honorierungssystem einiges ändern muss. Gespräche und Zuhören stehen im Mittelpunkt des Arztberufs. Leider werden sie viel schlechter bezahlt als technisch orientierte Behandlungen. Ein Arzt, der sich zum Reden Zeit nimmt, wird vom System bestraft. Das kann es nicht sein! Schon gar nicht, wenn die Menschen immer älter werden und ihre Gesundheit mehr Zuwendung braucht. Und erst recht nicht, wenn bei der Primärversorgung Gesundheitsförderung und Prävention eine große Rolle spielen sollen.