Die Lehrpraxis ist eine verpflichtende Ausbildung beim Arzt für Allgemeinmedizin – allerdings noch immer ohne gesicherte Finanzierung. Die notwendige und international herzeigbare Neustrukturierung der ärztlichen Ausbildung, die es für die Medizinerinnen und Mediziner notwendig macht, sich nach einer neunmonatigen Basisausbildung zwischen einer Ausbildung zum Allgemeinmediziner oder zum Facharzt eines Sonderfaches zu entscheiden, macht es unumgänglich, endlich die Finanzierung der Lehrpraxis umzusetzen. Der erste Jahrgang an Turnusärzten in der neuen Ausbildung wird sich jetzt entscheiden, in welche Richtung der Berufswunsch geht. Die auszubildenden Medizinerinnen und Mediziner wissen sehr wohl, dass viele Kolleginnen und Kollegen in den Spitälern händeringend für eine Ausbildung zum Facharzt gesucht werden. Sie wissen aber genauso auch, dass die Finanzierung der Lehrpraxis für Allgemeinmedizin nicht gesichert ist. Da bedarf es keiner Erklärung, welche Richtung die sichere Berufsentscheidung ist: Die meisten wählen eine Facharztausbildung im Spital, weil sie nicht wissen, was sie in der Allgemeinmedizin am Ende ihrer Ausbildung erwartet. Denn so lange nicht klar ist, wie die Lehrpraxis finanziert wird, wird sich der dramatische Ärztemangel noch deutlicher verschärfen. Wir fordern daher die Bundes- und Landespolitik auf, die Finanzierung der Lehrpraxis so schnell wie möglich zu sichern. Es reicht nicht aus, über den Mangel an Allgemeinmedizinern zu jammern, vielmehr müssen endlich Taten gesetzt werden. Politische Lösungen sind gefragt, denn andernfalls steht die Zukunft der Allgemeinmedizin auf dem Spiel.