Die Migration von Ärzten nimmt stark zu, stellt die OECD fest. Sie warnt in der Studie, dass in Zentraleuropa ein Ärztemangel droht. Tatsächlich ist der Wettbewerb bereits ausgebrochen. Weil es zu wenig Mediziner gibt, strecken viele Länder ihre Fühler weit aus. In der Schweiz stammen bereits 25 Prozent aller Ärzte aus dem Ausland. In Deutschland steigt die Zahl der zugewanderten Ärzte signifikant an. Was das mit Österreich zu tun hat? Viel. Sehr viel sogar. Denn immer mehr Jungärzte zieht es nach dem Studium ins Ausland, allein 2013 waren es schon Hunderte. Der Trend zeigt steil nach oben. Dass die jungen Ärzte der Heimat den Rücken kehren, hat handfeste Gründe. Sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz gelten wesentlich bessere Arbeitszeitregelungen. Keine Dienste bis zum Umfallen, keine drei Wochenenddienste pro Monat, keine Wochenarbeitszeiten jenseits von 60 Stunden. Dazu kommt eine effizientere und kürzere Ausbildung. Und im europäischen Gehaltsvergleich zählt Österreich zu den Schlusslichtern, und das in allen Altersschichten. Die Folgen bekommen wir bereits zu spüren. Die Zahl der Turnusärzte sinkt dramatisch, in Oberösterreich sind 120 Stellen frei. In Ordinationen und Spitälern auf dem Land wird es schwierig, freie Stellen zu besetzen. Selbst Städte sind davor nicht mehr gefeit. Es ist Feuer am Dach. Der Ärztemangel wächst sich zum großen Problem aus, sagt die OECD. Wir tragen unsere Ärzte auf Händen, beweisen die Schweizer. Wir bieten unseren Ärzten beste Bedingungen, ist für die Deutschen klar. Und Österreich? Wählt wohl die teuerste Variante: Es reagiert nicht einmal.