Der Mutter-Kind-Pass trägt entscheidend dazu bei, dass Krankheiten, Fehlbildungen und Entwicklungsstörungen möglichst früh erkannt und behandelt werden. Er beinhaltet eine Fülle kostenloser ärztlicher Untersuchungen während der Schwangerschaft. Denn Vorsorge ist besser als Heilung.

Durch die Einführung des Mutter-Kind-Passes ist sowohl die Sterblichkeit der Mütter, als auch die Sterblichkeit der Säuglinge deutlich gesunken. Lag die perinatale Sterblichkeit (vor und während der Geburt und in den ersten sieben Tagen nach der Geburt Gestorbene je 1000 Lebend- und Totgeborene) im Jahr 1974 noch bei 23,2 Promille, sank sie im Jahr 2012 auf 5,1 Promille. Laut Statistik Austria starben zwischen 1969 und 1973 22 bis 40 Frauen, so waren es von 2002 bis 2016 eine bis sieben Frauen jährlich.

Seit der Einführung des Mutter-Kind-Passes wurde das Untersuchungsprogramm stets erweitert und verändert. Seit kurzem gibt es eine zusätzliche App, die an bevorstehende Untersuchungen erinnert. Natürlich ersetzt diese App den Mutter-Kind-Pass selbst nicht.

Wir Ärzte werden uns auch künftig um das seit 1974 bestehende Erfolgsmodell bemühen und den Ausbau des Mutter-Kind-Passes fordern, obwohl die Honorare dafür seit 21 Jahren nicht erhöht worden sind. Umso wichtiger ist es, diese Leistung der Ärzteschaft nun endlich zu honorieren. Der Erfolg sollte dem Staat eine entsprechende Würdigung wert sein. Denn der Mutter-Kind-Pass ist eine zukunftsweisende Vorsorge, der ganz offensichtliche Verbesserungen erzielt. Wir wollen diesen bewährten Weg auch weiterhin beschreiten und es wäre fahrlässig, diese sensationellen Erfolge in Zukunft zu gefährden. Übernehmen wir also auch weiterhin diese große Verantwortung, das sind wir unseren Kindern schuldig!