Es braucht nicht unbedingt einen Edward Snowden, um zu wissen, dass man Daten nicht wirklich schützen kann. Das jüngste Desaster mit den Ergebnissen von Tests österreichischer Schüler auf einem Server in Rumänien zeigt, was vom Datenschutz zu halten ist, den der Staat verspricht.

Bei ELGA ist das nicht anders. Es gebe bei der vom Gesundheitsministerium angestrebten elektronischen Gesundheitsakte erst gar kein Sicherheitskonzept, bemängeln Experten. Doch bei ELGA werden keine Schulnoten gespeichert, sondern sensible Patientendaten. Und das mit großem Aufwand: 130 Millionen Euro fließen allein in die Entwicklung des Datenmonsters, Startprobleme nicht eingerechnet, geschweige denn Betriebskosten. Dass damit irgendwann Kosten gespart werden, daran glauben mittlerweile nur noch die Betreiber.

Werden dann die 130 Millionen in die beste Technik investiert, sodass der Arzt auf Knopfduck die gewünschte Information hat? Mitnichten. Das System bietet nicht einmal eine effiziente Suchfunktion an. Gezielt Informationen in der Patientengeschichte aufzuspüren gleicht bei ELGA der Suche nach der berühmten Stecknadel im Heuhaufen. Dabei sind Aufzeichnungen von Haus- oder Fachärzten gar nicht vorgesehen. ELGA ist also ein teures Stückwerk und obendrein noch umständlich, kostet dem Arzt mehr Zeit. Das verlängert die Wartezeiten.

Wozu dann ein Datenmonster, mit dem jeder Österreicher zwangsbeglückt wird? Eine gute Frage. Größte Skepsis ist angebracht, sich abzumelden wäre nur konsequent. Selbst das ist kompliziert und aufwendig. Alles andere wäre bei ELGA ohnehin eine Überraschung – und ist sicher so gewollt.