Primarärzte sind heute deutlich mehr in der wirtschaftlichen Verantwortung. Steigender Kostendruck, hoher administrativer Aufwand und ein Mangel an jungen Ärzten haben die Situation an den Krankenhäusern deutlich verändert. Neben der reinen Medizin hat ein Primararzt viele Aufgaben, von denen Patienten kaum etwas mitbekommen. Neben den klassischen medizinischen Aufgaben ist ein Primar verantwortlich für die Personalführung seines Teams, für Aus- und Fortbildung, für Studienzwecke, für Forschung und Entwicklung, ist Ansprechpartner für die Pharmaindustrie und fürs Spitalsmanagement. Als medialer Meinungsbildner kommt ihm eine wichtige Funktion in der Gesundheitspolitik zu. Durch diese Fülle an Mehraufgaben wachsen natürlich die Herausforderungen. Allerdings ist die Unterstützung für die meisten Abteilungsleiter dabei nicht entsprechend mehr geworden.

Diese schwierige Balance zwischen Medizin und Management empfindet ein Großteil der leitenden Ärzte Oberösterreichs als fordernd. Es soll wieder einmal darauf aufmerksam gemacht werden, dass der Beruf des Primararztes mittlerweile vor völlig anderen Herausforderungen steht und entsprechend Respekt verdient.