Ärzte mögen ihren Beruf und sind gerne für die Patienten da. Doch die schlechten Rahmenbedingungen vermiesen ihnen zunehmend den Arbeitsalltag. Das zeigt eine Umfrage.

Stichwort Arbeitszeit. Die Diskussion, ob man 10 oder 12 Stunden am Tag arbeiten dürfe, kann ein Spitalsarzt nur mit großem Staunen verfolgen. Denn es sind die gleichen Politiker, die ihm durchgehend 32 Stunden zumuten und den seit Jahren geäußerten Wunsch nach Reduzierung auf 25 Stunden nicht erfüllen. Es ist eine fast lächerliche Diskussion, die die Ärzte hier noch führen müssen.

Stichwort Bürokratie. Der Amtsschimmel wiehert immer öfter und lauter. Und führt in der Dokumentation Datensysteme ein, die entweder nicht ausgereift sind oder gar die dreifache Eingabe von Diagnosen erfordern. Zumindest ein Drittel seiner Zeit muss jeder Arzt für Schreibarbeit aufwenden, beim jungen Turnusarzt sind es sogar unglaubliche 50 Prozent. Diese wertvollen Stunden fehlen für die eigentliche Aufgabe, die Betreuung von Patienten. Deshalb sollten gut ausgebildete Assistenten die Ärzte bei der Dokumentation entlasten.

Stichwort Ausbildung. Anstatt für aufreibende Schichtdienste sollten ältere Mediziner für die Ausbildung von jungen Kollegen eingesetzt werden. Sonst geht ein wertvoller Schatz an Erfahrung verloren. Schlecht ausgebildete Ärzte sind das Letzte, was unser Gesundheitssystem braucht.

Es ist für die Politik höchst an der Zeit, für deutlich bessere Bedingungen und attraktive Arbeitsplätze zu sorgen. Denn immer mehr Ärzte kehren Oberösterreich den Rücken – und wenn man sie einmal vertrieben hat, kommen sie nicht so schnell wieder.