In Oberösterreich fehlt es an jungen Turnusärzten. Ihre Zahl ist so niedrig wie noch nie. Wen wundert´s? Die Arbeitsbedingungen könnten kaum schlechter sein. 25 Stunden ununterbrochene Dienstzeit sind für einen Turnusarzt im Spital normal. So lange konzentriert zu arbeiten ist Anstrengung genug. Hinzu kommt, dass die jungen Mediziner aufgrund des Turnusärztemangels während der Nacht statt einer oft zwei oder drei Stationen mit enorm vielen Patienten mitbetreuen müssen. Und als Dank dafür dürfen sie am Morgen nicht wie geplant den Dienst beenden, sondern müssen noch bleiben. In manchen Abteilungen arbeiten Turnusärzte bis zum Nachmittag durch, weil junge Kollegen fehlen, die sie zeitgerecht ablösen könnten. Bis zu 32 Stunden Dienst am Stück sind in OÖ völlig legal. Keiner anderen Berufsgruppe mutet man das zu. Dass immer weniger bereit sind, sich auf solch desaströse Bedingungen einzulassen, liegt auf der Hand. Und jene, die sich das antun, sind am Ende ihrer Leistungskraft. Nicht nur die Turnusärzte leiden, sondern auch die Qualität ihrer Ausbildung sinkt in Zeiten von Einsparungen dramatisch. Lehrreiche Visiten sind kaum noch möglich. Zudem werden die jungen Mediziner mit bürokratischen Arbeiten eingedeckt. Die sinkende Zahl an Turnusärzten verschärft das Problem für die wenigen, die im Dienst stehen. Turnusärzte dürfen nicht länger als billige Arbeitskräfte dienen und Mädchen für alles sein. Ihre Arbeitsbedingungen und die damit zusammenhängende Ausbildung müssen rasch verbessert und Mehrleistungen abgegolten werden. Sonst stirbt das Gesundheitssystem um jene, die seine Zukunft sein sollten.