Ein Gesundheitszentrum wie eine Shoppingmall: Praktische Ärzte, Fachärzte und Gesundheitsdienstleister unter einem Dach, also kürzeste Wege für die Patienten, eine Versorgung fast rund um die Uhr, dynamische private Betreiber statt einer trägen und teuren öffentlichen Hand – das hört sich verlockend an. Doch das spielt es aus mehreren Gründen nicht.

Ein solches Haus, in dem alle Leistungen gebündelt werden, ist in den weitverzweigten Regionen am Land schlichtweg undenkbar. Die Ärzte in der Pyhrn-Priel-Region, in den Eisenwurzen, im Salzkammergut oder im oberen Mühlviertel wird man nicht in einem einzigen Tal oder Ort ansiedeln können. Das wäre für die viele Patienten eine Zumutung, und erst recht für die älteren.

Patienten müssen schnell und verlässlich die Hilfe bekommen, die sie brauchen. Am Land sind es die niedergelassenen Ärzte in den Ordinationen, die dafür garantieren, Tag für Tag und Nacht für Nacht. Sie gilt es zu unterstützen und zu stärken, ob beim Ausbau von Kooperationen oder beim Knüpfen eines Netzwerkes von Ärzten und Gesundheitsdienstleistern. Die Ärzte sind auch bereit, längere Öffnungszeiten anzubieten. Doch zum Nulltarif wird es mehr Leistung und ein größeres Angebot nicht geben.