Das geplante generelle Rauchverbot in der Gastronomie wird es vorerst nicht geben – die bisherige Regelung wird beibehalten. Das ist keine fachgerechte und nachvollziehbare Entscheidung.  

Wir befinden uns auf einem gesundheitspolitischen Irrweg. Ohne das geplante Rauchverbot verzichten wir auf schnelle Erfolge wie den Rückgang von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Atemerkrankungen. Das Rauchverbot hätte auch langfristigere Erfolge wie die Beeinflussung von Langzeiterkrankungen gebracht. In meiner 26-jährigen Tätigkeit als Pathologe habe ich in einer Vielzahl an Biopsaten nikotinassoziierte Erkrankungen diagnostiziert und auch viele Obduktionen an Patientinnen und Patienten durchgeführt, die an den Folgeerkrankungen des Rauchens gestorben sind – und es sind täglich drei Menschen, die an den Folgen des Passivrauchens sterben. Das absolute Rauchverbot wäre als Signalwirkung wichtig gewesen.

Man will uns weismachen, dass durch die Zusammenlegung der Sozialversicherung hunderte Millionen gespart werden – und jetzt erlaubt man das Rauchen, wo selbst nach Studien klar wurde, dass die Folgeerkrankungen deutlich zurückgehen, wenn vor allem in der Gastronomie nicht geraucht wird. Durch diesen Beschluss werden Millionen in den Sand gesetzt. Das ist keine fachgerechte und nachvollziehbare Entscheidung. Wenn ich daran denke, dass andere Vereinbarungen in der Koalition auf einer ebenso wackeligen Basis getroffen werden, dann können wir schon gespannt sein.