Sechs Jahre Medizinstudium, neun Monate Basisausbildung im Spital, danach 33 Monate im Spital und sechs Monate Lehrpraxis in einer Ordination. In Summe soll die neue Ausbildung für Allgemeinmediziner nach dem Studium also vier statt bisher drei Jahre dauern. Klingt gut.

Die Sache hat aber einen Haken: Geht es nach dem Gesundheitsministerium, so soll nur die Hälfte der Lehrpraxis in einer Ordination absolviert werden, die restlichen drei Monate in einer Spitalsambulanz. So macht die Verlängerung der Ausbildung wenig Sinn: Sechs Monate Lehrpraxis sind das Minimum, wenn man die Anforderungen in einer Ordination kennen lernen will. Wenn man davon drei Monate in einer Ambulanz verbringt, geht das am Ziel vorbei. Es macht nämlich einen Unterschied, ob man die gesamte Infrastruktur eines Spitals hinter sich hat oder mit den in der Ordination zur Verfügung stehenden Möglichkeiten alleine Entscheidungen treffen muss. Nur das Lernen in der Praxis bringt hier die nötige Sicherheit!

Eine vernünftige Lösung scheitert leider an der Finanzierung. 15 Millionen Euro im Jahr wären notwendig, um ein Jahr Lehrpraxis für angehende Allgemeinmediziner flächendeckend zu verwirklichen. Ein Pappenstiel im Vergleich zu den Summen, die zum Beispiel für die Bankensanierung aufgewendet werden. Vor allem, wenn man bedenkt, dass mit dieser Summe nicht nur die Qualität der Ausbildung endlich auf internationales Niveau angehoben werden könnte, sondern auch maßgeblich dazu beitragen würde, dass sich die Jungärzte für den Beruf Hausarzt entscheiden! Der Gesundheitsminister und die Landeshauptleute sehen das leider anders!