Ein Vierteljahrhundert schon setzt sich das Team der Schiedsstelle für Ärzte und Patienten und für eine Klärung von Behandlungszwischenfällen ein, um langwierige Gerichtsverfahren zu vermeiden. Seit 1991 wurden 4.795 Fälle in 599 Sitzungen der Kommission abgewickelt, bei denen bis dato 15,217.535,- Euro an Zahlungen an die Patienten geleistet wurden. In den vergangenen Jahren hat sich die Zahl der Fälle auf 150 bis 200 Beschwerden jährlich eingependelt.  

Das sind keine ‚querulatorischen‘ Beschwerden, sondern berechtigte Anliegen der Patienten. Ihnen geht es nicht vorrangig ums Geld, sie wollen in erster Linie aufgeklärt und gesund werden. Dafür setzen sich die Ärzte ein – oft mit dem Ergebnis, dass der Arzt eine weiterführende Behandlung anbietet. Bei einer Gerichtsverhandlung wird das so wichtige Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient zerstört. In der Schiedsstelle hingegen können beide über fehlgeschlagene Behandlungen in ruhiger Atmosphäre reden. Gemeinsam mit den Patientenvertretungen haben die Patienten die Chance, ihre Sichtweise ohne Angst vor Repressalien darzulegen. Das Vertrauen im Gespräch zwischen Arzt und Patient, die einander friktionsfrei gegenüber sitzen, kann wiederhergestellt werden.