Realität mit Augenmaß – so gehen Eltern und Kinder mit den Herausforderungen der Pandemie am besten um

Die erste Woche des neuen Schuljahres in Oberösterreich ist zu Ende. Kinder, Eltern und Lehrer erleben viele Herausforderungen, die man vor Jahren in dieser Form noch nicht gekannt hat. Umso mehr braucht es fachlichen Rat im Umgang mit der unbekannten Situation. Diesen gibt mit Dr. Bettina Matschnig die Fachgruppenvertreterin für Kinder- und Jugendpsychiatrie in der Ärztekammer für Oberösterreich: „Die Kinder benötigen Realität mit Augenmaß!“

Als ob Erziehungsarbeit nicht schon anstrengend genug wäre! Corona-Tests statt Schularbeiten. Unterricht daheim statt in der Klasse. Kinderzimmer statt Turnsaal. Die eigenen Kinder unterrichten nach und neben der fordernden beruflichen Tätigkeit.

Kinder, Eltern und Lehrer müssen aktuell mit vielen (neuen) Herausforderungen umgehen. Eine Situation, die auf die Psyche geht. Stress, Druck und Probleme sind oft die Folge. „Da müssen gerade die Eltern entgegenwirken“, sagt Dr. Matschnig. Es liegt in unserer Ver-Antwort-ung, wie wir darauf reagieren. Wie das Wort schon beschreibt, benötigen Kinder Antwort auf Fragen und Gefühle. Denn Kinder sind sehr sensibel und haben Antennen für ihre Gefühle, die in der Luft hängen bzw. für die Gefühle von Erwachsenen. Eltern sollten daher die Gespräche mit ihren Kindern dafür nützen, um ihre Kinder zu stärken und altersgerechte Informationen weiterzugeben. Ziel in der Kommunikation mit Kindern sollte sein:

  • Du bist sicher
  • Erwachsene kümmern sich darum
  • Wissenschaftler weltweit haben sich international vernetzt und mit so vielen Forschungsgeldern wie nie zuvor Impfstoffe entwickelt, die derzeit den sichersten Schutz gegen die lebensbedrohliche Virusinfektion bieten
  • Unsere Aufgabe besteht nun darin, dass wir dazu beitragen, das Virus nicht weiter zu verbreiten

Das geht schon mit einfachen Mitteln. „Die Kinder benötigen Realität mit Augenmaß“, so Dr. Matschnig. Die Erklärung der Medizinerin: „Das fängt bei einem geregelten Tagesablauf an. Wichtig sind auch vertrauensbildende Maßnahmen. Die Eltern müssen für die Kinder ein positives Beispiel abgeben. Sie müssen zeigen, dass man gut durch die Pandemie kommt.“ Wichtig ist es, die Gesundheitskrise nicht einfach wegzureden. „Die ist da und wir sind ein Teil davon“, rät Dr. Matschnig zum richtigen Umgang. Diese realistische Einordnung der aktuellen Lage ist auch für Kinder extrem wichtig. Genauso essenziell für Stressabbau und Wohlbefinden ist auch Bewegung. „Gehen Sie mit ihren Kindern raus. Gerade auch unter den aktuellen alltäglichen Herausforderungen ist Bewegung bei Kindern extrem wichtig. Denn eine gesunde Lebensführung trägt zu einem entspannteren Miteinander bei“, so die Medizinerin.

Tipps im Umgang mit der Pandemie:

  • Eltern sollen Zuversicht ausstrahlen
  • Eltern sollen ein positives Vorbild abgeben
  • Eltern sollen Kindern zeigen, wie man Verantwortung übernimmt
  • Es gilt, vertrauensbildende Maßnahmen zu setzen
  • Die Pandemie darf nicht weggeredet werden, sie ist da
  • Unbedingt Bewegung in den Alltag einbauen
  • Die wohl beste und nachhaltigste Möglichkeit ist, mit den Kindern gemeinsam zu lachen und zu spielen! Lachen ist die beste Medizin, Lachen baut Ängste und Spannungen ab, verändert die Chemie im Körper und stärkt das Immunsystem
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