Raus aus dem Schnitzelkoma

Ob man den Biorhythmus oder das üppige Mittagsmahl verantwortlich macht – wahrscheinlich spielt beides zusammen – etwa zwischen 13 und 15 Uhr haben viele Menschen einen Durchhänger, sind müde und können sich schwer konzentrieren. Man ist diesem Tief aber nicht willenlos ausgeliefert. Folgende Tipps können helfen, der Futternarkose vorzubeugen bzw. rasch wieder die gewohnte Leistungsfähigkeit zu erreichen.

Ob wir uns wach und leistungsfit fühlen wird durch die schwankende Menge der Hormone Adrenalin und Cortisol im Blut gesteuert. Haben wir von beiden zu wenig, fühlen wir uns wenig aktiv, kreativ und unkonzentriert. Unser Biorhythmus beschert uns zudem alle vier Stunden natürliche Leistungsschwankungen und somit auch ein Mittagstief. Experten für Ernährung und Stoffwechsel sowie biologische Rhythmen geben Empfehlungen, wie man seinen Alltag und Lebensstil gestalten soll, um alle Anforderungen gut meistern zu können:

 

Wichtige Termine am Vormittag eintakten: Zwischen 10:00 und 12:00 Uhr haben die meisten Menschen einen Leistungshöhepunkt. Daher sollte man Prüfungen, wichtige Meetings und Aufgaben, die viel Energie und Aufmerksamkeit erfordern in diese Zeitspanne verlegen.

Eiweiß statt Kohlenhydrate und Fett auf dem Mittagstisch: Fette, schwere und salzige Speisen bedeuten Schwerarbeit für unsere Verdauung. Daher sollte man auf Schweinebraten mit Knödel oder Schnitzel mit Pommes verzichten, wenn man kurz darauf geistig oder körperlich voll auf der Höhe sein muss. Leichte und eiweißreiche Kost in der Mittagspause hingegen sind eine gute Alternative. Mit Fisch, Hühnersuppe oder vielleicht einem Griechischer Salat mit Oliven und Schafkäse als Hauptgericht gibt es kein Schnitzelkoma. Gutes Kauen hilft dem Körper zusätzlich beim Verdauen. Auch auf Zuckerreiches verzichten – denn Zucker sorgt für schnelle Energiespitzen, die aber ebenso rasch wieder abfallen und zu Heißhungerattacken führen können. Statt drei üppiger Mahlzeiten ist es für geistige Vielleister vielleicht besser, fünf kleinere Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Wer als Snack Obst oder Gemüse isst, hält den Cortisol- und Blutzuckerspiegel, und damit auch die Konzentration, konstant hoch.

Trinken nicht vergessen: Damit sind nicht mehrere Tassen Kaffee gemeint. Wasser oder gespritzte Fruchtsäfte sind optimal. Während eines Arbeitstages sollten es mindestens 1,5 Liter Wasser sein. Am besten einen Krug mit Wasser auf den Schreibtisch stellen und stündlich ein gefülltes Glas trinken. Flüssigkeitsmangel führt zu Kopfschmerzen, Schwindel und Konzentrationsschwierigkeiten. Kaffee und Mate-Tee wirken kurzzeitig belebend, danach kann man sich aber erschöpfter fühlen als zuvor. Grüner Tee sorgt für eine sanftere und länger anhaltende Stimulation.

Lüften: Wer stundenlang mit anderen zusammen in einem Büro sitzt, in dem nicht regelmäßig gelüftet wird, wird unweigerlich müde. Der zunehmende CO2-Gehalt im Raum verringert die Leistungsfähigkeit. Den Raum daher immer wieder durchlüften.

Bewegung: Der Ruf nach dem Verdauungsspaziergang ist keine leere Floskel. Bewegung an der frischen Luft bringt den Kreislauf in Schwung, regt Stoffwechsel und Verdauung an. UV-Licht dämpft die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin. Wer keine Zeit für einen 15-Minuten-Walk hat, kann ein paar Dehn- und Streckübungen und Hampelmann-Sprünge am Stand durchführen. Auch einige tiefe Atemzüge am offenen Fenster beleben.

Powernapping holt aus dem Tief: Wenn nichts mehr geht, kann ein kurzes Mittagsschläfchen – nicht länger als 20 Minuten- wieder auf die Sprünge helfen. Wer länger döst und in die Tiefschlafphase kommt, wird danach etwas benebelt sein und länger brauchen, bis sein Gehirn wieder voll leistungsfähig ist. Wenn kein Ruheraum vorhanden ist, kann eine Parkbank oder das Auto ein Sofa oder den Liegesessel ersetzen.

Wasser ins Gesicht: Auf jeden Fall vitalisierend und auch gegen müde Augen wirkt, wenn man sich kaltes Wasser ins Gesicht spritzt.

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