Die Pollensaison ist eröffnet

Alle Jahre wieder - Die Nase rinnt oder ist verstopft und die Augen tränen. Mancher leidet auch unter allergischem Asthma. Wer seinen Heuschnupfen dauerhaft lindern oder heilen will, sollte früh eine adäquate Therapie beginnen. Dazu kommen eine Desensibilisierung, Antiallergika und lokale Antihistaminika oder Cortisonmittel in Frage. Jedenfalls sollte mit dem Arzt besprochen werden, welche Option die beste ist.

Da die meisten in der Pollensaison nicht wochen- oder monatelang ans Meer oder ins Hochgebirge fahren können, um den Birken, Gräser- oder Getreidepollen zu entfliehen, hier einige Tipps die Heuschnupfengeplagten den Alltag erleichtern sollen. Aktuelle Infos zum Pollenflug liefert der Pollenwarndienst der Medizinischen Universität Wien unter www.pollenwarndienst.at

Je nach Allergenen unterscheidet man:

• Frühjahrheuschnupfen: Pollen von Bäumen wie Birke, Erle, Esche

• Sommer-Heuschnupfen: Gräser/Getreidepollen

• Herbst-Heuschnupfen: Kräuterpollen wie Ragweed, Beifuß

• Ganzjahres-Heuschnupfen: Neben den Pollen reagiert man auch auf andere Substanzen wie Hausstaubmilben oder Schimmelpilze allergisch.

Tipps für einen pollenarmen Alltag

Drinnen aufhalten: Wenn die Pollen intensiv fliegen, eher drinnen bleiben und Fenster schließen. Sport im Freien meiden. Man kann auch Pollenschutzgitter für die Fenster verwenden, damit wird es möglich, bei offenem Fenster zu arbeiten und zu schlafen.

Urlaubsplanung: Den Urlaub möglichst in die stärkste Pollenzeit legen und in allergenarme Gebiete reisen, wie etwa ans Meer oder ins Gebirge.

Pollenfilter im Auto: Beim Autofahren die Fenster schließen und die Lüftung ausschalten oder Pollenfilter einbauen lassen. Viele Autos haben ihn serienmäßig eingebaut.

Zur richtigen Zeit lüften: Auf dem Land ist eher morgens die Pollenkonzentrationen hoch, in der Stadt eher abends. Daher in ländlichen Regionen eher zwischen 19 und 24 Uhr und in der Stadt zwischen 6 und 8 Uhr in der Früh gründlich lüften.

Luftreiniger: Sie filtern die Luft und können nicht nur Pollen, sondern auch Haare, Staub und Bakterien aus der Luft entfernen. Der Anschaffungspreis ist zwar hoch, aber kann sich, je nach Ausprägung der Allergie, lohnen.

Staubsaugen: Der Staubsauger sollte einen speziellen Feinstaubfilter haben. Am besten ist es, wenn man in der Pollenhochsaison nicht selbst saugen muss.

Pollenfreies Schlafzimmer: Straßenkleidung nicht im Schlafzimmer ablegen und lagern. Haare vor dem Zubettgehen waschen.

Sonnenbrille ist ein Muss: Im Freien die Sonnenbrille tragen, sie hält die Pollen von den Augen fern.

Wäsche drinnen trocknen: Die Wäsche nicht draußen aufhängen und trocknen, da das feuchte Gewebe Pollen noch besser auffängt und damit Hautreaktionen wie Juckreiz auslösen kann. Vor allem, Menschen mit gestörter Hautbarriere wie etwa Neurodermitiker sollen diesen Rat beherzigen. Wenn die Wäsche dennoch draußen aufgehängt wird, muss sie auf jeden Fall gebügelt werden. Hitze kann Allergene zerstören.

Viel Wasser trinken: Das hält die Schleimhäute feucht und macht sie weniger reizbar.

Nasendusche schwemmt Allergene aus: Eine Nasendusche mit isotonischer oder hypotonischer Koch-/Meersalzlösung wirkt befreiend. Sie hilft Allergene auszuschwemmen. Gereizte Augen kann man mit einem kalten, nassen Waschlappen beruhigen.

Alkohol meiden: Er weitet die Gefäße. Das betrifft auch die Nasenschleimhaut, die dann durchlässiger für Allergene wird.

Tipps für Kontaktlinsenträger

Mancher Linsenträger meint im Frühjahr, dass seine juckenden, tränenden und geröteten Augen daher kommen, dass mit den Sehhilfen irgendetwas nicht stimme oder er sie nicht mehr vertrage. Dabei sind es in vielen Fällen die Pollen, die zwischen Linsen und Augen geraten und dort die unangenehmen Erscheinungen hervorrufen. Aber auch eine Veränderung des Tränenfilms, ein neues Pflegemittel oder eine beginnende Bindehautentzündung können solche Beschwerden auslösen. Die Beschwerden sollten beim Augenarzt abgeklärt werden.

Trockenen Augen keine Chance lassen

Linsenträger, die von Heuschnupfen und Augenjucken geplagt sind, sollen in der Pollenzeit besonders achtsam mit ihren Sehwerkzeugen umgehen. Wer genügend Tränenflüssigkeit produziert, ist weniger anfällig für Reizungen der Augen. Bildschirmarbeit kann zu trockenen Augen führen, weil man beim Sitzen vor dem Schirm zu wenig blinzelt. Daher bewusst regelmäßig Blinzeln, Bildschirmpausen einlegen und für ausreichende Luftfeuchtigkeit in den Räumen sorgen. Auf keinen Fall die Augen reiben, so geraten Pollen, Staubpartikel aber auch Bakterien besonders schnell hinein.

Immer wieder einmal Brille statt Linsen

Kontaktlinsenexperten raten Betroffenen, die mit tränenden und gereizten Augen auf Pollen reagieren, in dieser Zeit eventuell auf Tageslinsen umzusteigen. Direkt aus der Verpackung sind sie am hygienischsten. Ob weiche oder harte Linsen besser sind, entscheidet – außer es liegt eine ärztliche Indikation für einen speziellen Typ vor - das individuelle Verträglichkeitsgefühl. Wer nicht auf Tageslinsen umsteigen will, muss in der Pollenzeit akribisch auf die richtige Reinigung achten. Empfehlenswert ist es, kontaktlinsenfreie Stunden oder Tage einplanen, an denen man die Ersatzbrille aufsetzt. Wie bereits erwähnt, bieten Sonnenbrillen einen zusätzlichen Pollenschutz für die Augen.

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