Die psychische Gesundheit ist wichtig in Corona-Zeiten.

Corona und die Psyche: Wenn die Normalität weit entfernt ist

Die sich weiter zuspitzende Coronakrise und die Beschränkungen des öffentlichen Lebens sind auch für den Kopf eine Belastung. Im Vergleich zu der Situation im Frühjahr kommt hinzu, dass die ernste Lage dieses Mal im Herbst passiert und sich wahrscheinlich durch den Winter ziehen wird. Umso mehr gilt es, achtsam mit sich selbst und seinen Freunden und Verwandten zu sein und mögliche Anzeichen psychischer Probleme ernst zu nehmen.

Die zweite Welle der Corona-Pandemie führt für alle Menschen zu einer langen und schwierigen Zeit der Anpassung. Sie wird erneut zu mehr psychischen Krisen und depressiven Erkrankungen und Angststörungen führen. Nach Ansicht von Experten könnten die Menschen anders als im Frühjahr nicht einen schnellen Rückgang der zweiten Ansteckungswelle erwarten. Das mache es schwieriger, psychisch gesund durch die Wintermonate zu kommen. Erneut mit den Beschränkungen und den Bedrohungen konfrontiert zu werden, in einer dunklen Jahreszeit: Diese Kombination ist eine hohe Belastung, warnen Mediziner.

Belastungssymptome nicht unterschätzen

Die Bedrohung durch Corona führe dazu, dass sich viele Menschen zurückziehen und irgendwie durchzuhalten versuchen. Das sei bei psychischen Beschwerden jedoch nicht ratsam. Experten raten: Jeder der sich psychisch mehr als zwei Wochen lang anders als normal fühlt, sollte nicht zögern, sich in der Sprechstunde einer psychotherapeutischen Praxis beraten zu lassen. Dass die eigene Belastungsgrenze überschritten ist, kann sich an unterschiedlichen Belastungssymptomen zeigen - dazu zählen unter anderem sozialer Rückzug, innere Unruhe, Angst, Anspannung, Erschöpfung und Resignation, aber auch körperliche Beschwerden wie Magenprobleme, Kreislaufschwäche, Tinnitus oder Allergieschübe. Experten raten zu mehr Achtsamkeit. Ein einfacher Schritt sind psychologische Unterstützungsmöglichkeiten, dabei geht es um die eigenen, ebenso aber auch um die für andere Personen, etwa Partner oder Kinder. Die Zeit ist nicht leicht, das könnte Auswirkungen haben - Expertinnen und Experten appellieren, dies ernst zu nehmen.

Naturerlebnisse und Pandemietagebuch

Es gibt auch eine Reihe von Tipps, die dabei helfen sollen, damit es einem besser geht. Einer lautet, Zeit in der Natur zu verbringen. Das klingt banal, hilft allerdings dem eigenen Wohlbefinden. Daheim sollte man es sich möglichst gemütlich machen. Der Winter ist dunkel. Das kann nochmal anstrengender werden, wenn man viel zu Hause ist. Natürliches Licht soll so oft wie möglich genutzt werden. Ein weiterer Tipp ist, ein Pandemietagebuch zu führen. Was jetzt noch Lebensrealität ist, ist in zehn Jahren vielleicht vergessen. Aufschreiben hilft und man könnte seine Kinder später berichten, wie es war in der Pandemie. Für ein positives Gefühl können auch Pläne für die Zeit nach Corona sorgen. Auch wenn die Pandemie uns noch länger begleiten wird, wird sich das Leben (hoffentlich) irgendwann normalisieren. Dafür könnte man schon mal eine Liste mit all den Tätigkeiten, die man machen möchte, anlegen. Wichtig ist auch, die Beziehung zu sich selbst zu stärken. Und man sollte sich jeden Tag etwas Zeit nehmen, in der man zur Ruhe kommt und sich fragt, ob man in dieser angespannten Situation genug auf seine Kosten kommt. Es hilft auch, sich zu fragen, was man machen könnte, um sich zu entlasten und sich selbst etwas Gutes zu tun.

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