Ungetrübt in die Ferne reisen – Reisethrombose, Durchfall & Co vorbeugen

Wer wünscht es sich schon, fiebernd im Bett statt fröhlich am Strand zu liegen? Oder von einer Reisethrombose ruhig gestellt zu werden? Verantwortungsbewusstes Handeln soll ungetrübtem Urlaubsgenuss den Weg ebnen.

Allgemeine Vorsorge

  • Jetlag ade: Bei Flügen nach Osten zwei bis drei Tage vor Reisebeginn früher ins Bett gehen als sonst. Bei Westflügen ein bis zwei Stunden länger wach bleiben.
  • Impfen: Sich einige Wochen vor der Abreise über Impfvorschriften und -empfehlungen erkundigen.
  • Stress: Terminhektik und innere Unruhe bis kurz vor der Abreise vermeiden. Man erspart sich manche Spannung mit Kindern oder/und dem Partner, wenn man gelassen statt gereizt der „Leichtigkeit des Seins“ entgegensteuert!

Achtsame Anreise

1.) Reisethrombose: Niedriger Luftdruck in der Kabine des Flugzeugs, enge Sitze, keine Bewegung und trockene Luft begünstigen, dass das Blut in den Beinvenen verklumpt und sich ein Blutgerinnsel bildet. Rund eine halbe Million Menschen in Europa sterben jährlich an einem Blutgerinnsel. Diese drohen nicht nur am Ort des Entstehens Arterien oder Venen zu verstopfen, sondern im schlimmsten Fall reißt ein Teil des Thrombus von der Gefäßwand ab und führt in anderen Organen zum Gefäßverschluss, einer Embolie. Eine Lungenembolie zum Beispiel entsteht durch einen Blutpfropfen einer Beinvenenthrombose, der sich gelöst hat, in die Lunge gespült wurde und dort ein Gefäß verschließt. Bekannt ist die Reisethrombose nach langem Sitzen, auch bettlägerige Patienten sind gefährdet. Das Risiko steigt bei Flügen mit über fünf Stunden Dauer an – ebenso generell bei Menschen über 60. Definiert ist die Reisethrombose als Thrombose (Gerinnsel) des tiefen Venensystems der unteren Extremitäten in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang (nicht länger als zwei Wochen Abstand) mit einer zumindest fünfstündigen Reise in sitzender Position. Meist sind es Langstreckenflüge, weil die trockene Kabinenluft dem Körper Flüssigkeit entzieht, wodurch das Blut dicker wird. Dadurch wird die Thrombosegefahr erhöht. Flugreisende sind doppelt so gefährdet wie alle, die lange im Bus oder Auto sitzen. 

Wer hat ein hohes Risiko für Beinvenenthrombose?

Personen mit bereits erlittenen Thromboembolien, Krebs- oder sonstiger schwerer Erkrankung, Gipsverbänden (oder sonstiger künstlicher Ruhigstellung über Gelenke hinweg) an den Beinen, mit  kurz zurückliegenden Operationen sind mehr gefährdet. Auch das Alter, Krampfadern, die Einnahme der Pille, Herzerkrankungen, Schwangerschaft, Übergewicht und angeborene Blutgerinnungsstörungen sind Risikoaspekte. In Absprache mit dem Arzt sollen Gefährdete etwa zwei Stunden vor dem Flug zu einer Selbstinjektion von niedermolekularem Heparin greifen. Die Anwendung aus einer Fertigspritze subkutan (unter die Haut in das Fettgewebe) ist einfach.  Die Einnahme von ASS (Acetylsalicylsäure) wird nicht empfohlen. Vorsicht: Bei Flügen in die Tropen erhöht die Hitze beim Aussteigen die Gefährdung für eine Thrombose zusätzlich.

Symptome einer Beinvenenthrombose sind meist einseitige Schmerzen im Bein, das anschwillt und sich rötet.

Tipps zur Prävention:    

  • Häufiges Aufstehen und Herumgehen im Flugzeug. Fuß- und Beinbewegung: Mit Füßen und Zehen wippen, aufstehen, herumgehen, Beine anziehen und ausstrecken. Beim Arzt vor dem Wegfliegen über die Sinnhaftigkeit von Thrombosespritzen beziehungsweise Stützstrümpfen erkundigen.
  • Anspannen und Aneinanderpressen der Oberschenkel        
  • Gesäß immer wieder hochheben        
  • Immer wieder zwischendurch bewusst tief ein und ausatmen    
  • Regelmäßige Flüssigkeitszufuhr: etwa ein Viertelliter Wasser alle zwei Stunden         
  • Keine Schlaf- und Beruhigungsmittel nehmen 
  • Alkohol vermeiden

2.) Reisekrankheit: In schlimmen Fällen können Medikamente zum Beispiel mit dem Wirkstoff Dimenhydrinat Übelkeit und Erbrechen etwa bei Schiffsreisen unterdrücken. Auch das Kauen von Ingwerstückchen oder ein Akupressurband, am Handgelenk getragen, schwächen die Symptome.

Anderen Urlaubs- Wehwehchen vorbeugen  

Endlich am Ziel, können einem Kost- und Klimaumstellung zusetzen:

  • Durchfall: Hygiene ernst nehmen. In den Tropen vor dem Essen einen Schluck Whisky trinken. Dabei entsteht ein Schmerzreiz auf der Schleimhaut, der den Magen ärgert. Dieser setzt vermehrt Magensäure frei, was Krankheitserreger abtötet.
  • Salmonellen: Sie tummeln sich in frischen Eierspeisen und rohem, nicht durchgegartem Fleisch. Besonders in sehr warmen Regionen mit schlechter Hygiene darauf verzichten. Auch Leitungswasser, Speiseeis, Eiswürfel und ungeschältes Obst meiden. Bei Hitze nichts Eiskaltes essen und trinken. Darauf reagiert die Verdauung oft empfindlich.     
  • Herpes: Lippenstift mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden. Melissenextrakt als Creme hat antivirale Wirkung. Kalte Umschläge lindern.
Kostenloses Abo der human, dem Gesundheitsmagazin für Oberösterreich bestellen: Email mit Name und Adresse an human@aekooe.at
Zum Newsletter anmelden und wichtige Infos erhalten