Bärenstark mit Honig – Honig ist viel mehr als nur süß

Honig – nur ein Nahrungsmittel oder auch der Gesundheit förderlich? Seit jeher wird Honig zur Stärkung des Immunsystems und zur Wundheilung verwendet.

Man nehme 20 Tropfen Propolislösung auf einen Esslöffel Honig und lasse dieses Gemisch im Mund zergehen: Wer dieses Hausrezept eines Imkers anwendet, sobald er spürt, dass der Hals kratzt, kann vielleicht eine Rachenentzündung abfangen. Honig hat in der Volksmedizin und als Wundauflage auch in der Schulmedizin seinen Fixplatz.

Der goldene Saft unterstützt durch seine 180 Inhaltsstoffe wie Vitamine, Enzyme, ätherische Öle und organische Säuren den Organismus auf vielfältige Weise. Beim Kauf immer auf die Qualität des Honigs (Gütesiegel) achten.

Lange bevor Zucker industriell hergestellt werden konnte, war Honig das einzige Süßungsmittel. Er hat einen relativ hohen Energiewert: 320 Kalorien für 100 Gramm Honig. Damit ist der Kalorienwert etwas niedriger als beim Zucker. Die im Honig enthaltenen Zuckerverbindungen scheinen zu nicht so starken Schwankungen des Blutzuckerspiegels und somit auch nicht zu Heißhungerattacken zu führen, als wenn man Zucker zuführt. Trotzdem ist Honig nicht bedenkenlos und in großer Menge einzusetzen. Mit Honig gesüßte Tees oder Säfte sind zum Beispiel in der Kariesprophylaxe von Kindern nur sehr sparsam zu verwenden.

In der Volksheilkunde werden Honig neben der entzündungshemmenden und antibiotischen Wirkung auch positive Effekte auf Immunsystem und Herz-Kreislauf-System nachgesagt.

A) Honig

  • Wundheilend: Die Wundbehandlung mit Honig wurde infolge der Entwicklung der Antibiotika unmodern. Heute, wo Antibiotikaresistenzen zunehmen, kommt es zur Renaissance. Studien zeigten, dass Honig ein breites antibakterielles Spektrum hat, aber keine ungünstigen Einflüsse auf Wundgewebe. Er führt überdies zu einer schnellen Wundreinigung, sodass unangenehme Gerüche verschwinden. Antientzündliche Eigenschaften des Honigs reduzieren Schmerzen, Schwellung und Sekretbildung. Es kommt auch zu schönerer Narbenbildung. In der Apotheke sind Honigwundauflagen erhältlich. Dazu wird nicht der herkömmliche Speisehonig verwendet, sondern spezieller Wundhonig, der eigens für therapeutische Zwecke hergestellt und dabei zum Beispiel sterilisiert und in der Konsistenz etwas angepasst wird. Er ist als Medizinprodukt zugelassen. Dieser Honig ist sehr enzymreich und etwa bei infizierten, akuten und chronischen Wunden, Brandwunden, Beingeschwüren, Ekzemen, Windeldermatitis und Dekubitus indiziert. Immer in Absprache mit dem Arzt verwenden.     
  • Abführend und verdauungsverbessernd: Aufgrund des hohen Fruchtzuckeranteils (40 Prozent) kann Honig abführend wirken. Das wird bei Kindern mit Verstopfung immer wieder genutzt. Ein, zwei Löffel Honig reichen. Auch bei Erwachsenen kurbeln mindestens zwei Esslöffel pro Tag die Darmtätigkeit an. Honig hilft eine gesunde Darmflora aufzubauen und zu erhalten. Sie ist wichtig für die Abwehrkraft des Organismus.
  • Stärkend für das Immunsystems: Verschiedene Studien besagen, dass sich die Zahl bestimmter Immunzellen (T-Lymphozyten) durch die tägliche Einnahme von Honig etwas erhöhen kann. Milch mit Honig oder Tee mit Honig sind alte Hausmittel bei Erkältungskrankheiten. Tee und Milch dürfen nicht zu heiß sein, ab 40 Grad Celsius verliert der Honig seine heilsamen Eigenschaften. Getränke daher vor der Zugabe des Süßmittels abkühlen lassen.

B) Propolis

Die Bienen sammeln Propolis (Kittharz) von Pflanzen und versetzen es mit Drüsensekreten. Im Bienenstock überziehen sie die Innenwände und Waben mit einer dünnen Schicht dieser Substanz, um den Ausbruch von Infektionskrankheiten zu verhindern. Propolis tötet Keime, die in den Stock eingeschleppt werden, ab. So ist es ein natürlich vorkommendes Antibiotikum und Antimyotikum (Antipilzmittel). Propolis wird zur Stärkung der Abwehr, bei nahezu allen innerlichen (Mund-Rachen bis zum Magen-Darm-Trakt) und äußerlichen Entzündungen (Fieberblasen, Fußpilz) angewendet.

C) Pollen

Der Imker nimmt den Bienen einen Teil der Pollen ab. Nach der Trocknung sind die Pollen gut haltbar. Blütenpollen haben eine gute immunregulierende Wirkung, wirken antibiotisch gegen Entzündungen, Ödeme und Strahlenschäden (Krebstherapie) und sie helfen die Darmfunktion zu regulieren. Manche Heuschnupfenallergiker können ihre Beschwerden lindern, wenn sie schon einige Wochen vor Beginn des Pollenfluges jeden Abend ein Teelöfferl Pollen einnehmen.

Tipps aus der Hausapotheke für Gesundheit und Schönheit        

  • Bei leicht erhöhtem Blutdruck: Morgens über sieben bis zehn Tage auf nüchternen Magen ein Glas Mineralwasser vermischt mit einem Esslöffel Honig und dem Saft einer halben Zitrone trinken. Dieses Mittel hilft auch bei Schlaflosigkeit und Übererregbarkeit.         
  • Buchweizenhonig gegen Husten: Er zeigte in einer amerikanischen Studie bei hustenden Kindern größere Wirkung als ein konventioneller Hustensaft mit dem Wirkstoff Dextromethorphan. Der Honig ist zum Beispiel in Naturkostläden erhältlich. Drei bis fünf Teelöffel pro Tag etwa eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten essen. 
  • Hustenstopp-Teemischung: Zutaten: 25 Gramm Eibischwurzeln, 20 Isländisch Moos, 20 Gramm Anisfrüchte, 20 Gramm Fenchelfrüchte, 15 Gramm Lindenblüten; Zubereitung: 2 Teelöffel der Mischung für eine Tasse nehmen, mit heißem Wasser aufgießen, zehn Minuten ziehen lassen. Zwei weitere Teelöffel drei Stunden lang mit kaltem Wasser ziehen lassen. Zusammenschütten und drei bis vier Tassen täglich warm, und mit wenig Honig gesüßt, trinken.    
  • Grüner Erkältungstee: Zutaten und Zubereitung: Koffeinarme Sorte wählen (zum Beispiel Bancha). Teeblätter wie gewohnt überbrühen und fünf Minuten ziehen lassen. Tee abseihen und pro Tasse einen Teelöffel kaltgeschleuderten Honig, zwei Teelöffel frisch gepressten Zitronensaft und einen halben Teelöffel frisch geriebenen Ingwer beigeben. Davon viermal täglich eine Tasse trinken.        
  • Bei Wetterfühligkeit: Tee und Melissengeist: Eine Tasse lauwarmen Kräutertee (Kamille, Johanniskraut) mit zwei Teelöffel Melissengeist und zwei Teelöffel Honig in kleinen Schlucken trinken.        
  • Selbstgemachtes Gesichtspeeling: Honig und Topfen cremig rühren, für den Peeling-Effekt Zucker dazugeben. Sanft einmassieren und dann mit warmem Wasser abwaschen.  
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