Digital vernetzt gelingt fokussiertes Arbeiten

Wenn im Großraumbüro alle konzentriert arbeiten, landet man auch selbst nicht mit großer Wahrscheinlichkeit vor einem Video bei Youtube. Dieser Effekt fehlt manchen, die aufgrund der Corona-Pandemie nur noch zu Hause arbeiten können. Er lässt sich aber nachstellen. So klappt "Silent Work". nennt.

Einfache Mini-Teambuilding-Maßnahme

Das Prinzip ist schnell erklärt: Teammitglieder schalten sich in einer Videokonferenz zusammen. Am Anfang wird kurz gequatscht, dann arbeitet jeder konzentriert vor sich hin. Die Kamera bleibt an, der Ton aus. So lässt sich für zwei bis drei Stunden ein "virtuelles Büro" erschaffen. Wer eine Frage hat, wirft die einfach in den digitalen Raum, wer sich kurz aufregen muss, kann seinem Ärger direkt Luft verschaffen. Silent Work ein oder mehrmals pro Woche für einen festgelegten Zeitraum anzubieten. Zum einen wirkt das wie eine Mini-Teambuilding-Maßnahme, weil anders als in Meetings auch informelle Gespräche entstehen können. Gerade wenn allen zu Hause die Decke auf den Kopf fällt, sei das eine gute Möglichkeit der Isolation ein Stück weit entgegenzuwirken.

Pomodoro-Technik: Produktiv in fokussierten Sprints

Auf der anderen Seite lasse sich mit Hilfe der Methode auch die Produktivität erhöhen. Und zwar, indem Teams zusätzlich die "Pomodoro-Technik" anwenden. Dabei handelt es sich um eine bekannte Zeitmanagement-Methode. Im Prinzip geht es bei dieser Technik darum, die Arbeit in Zeitabschnitte von 25 Minuten einzuteilen, während derer man sich auf eine Aufgabe konzentriert - danach erfolgt eine Pause. Der Name - pomdoro ist italienisch für Tomate - geht auf eine Küchenuhr in Tomatenform zurück. Experten empfehlen eine zweistündige Silent-Work-Session sowie zwei Pomodoro-Sprints von jeweils 50 Minuten vor, dazwischen machen die Teammitglieder zusammen 10 Minuten Pause. Jeder überlegt, was er oder sie schaffen will und trägt das in ein Dokument ein. Während der Pause kann man sich dann austauschen, was man geschafft hat. Wichtig sei, das nicht als Kontrollmechanismus etwa für Führungskräfte zu verstehen, vielmehr lernen Beschäftigte so, ihre Zeit besser einschätzen und einteilen zu können.

Praktische Austauschmöglichkeit für Arbeitsgruppen

Wer alles an einer Silent-Work-Session teilnehmen soll, das kann von Team zu Team ganz unterschiedlich sein. So sei denkbar, dass die Führungskraft und das gesamte Team dabei sind, aber auch kleinere Gruppen sind möglich. Das kann sich zum Beispiel bei abteilungsübergreifenden Projekten anbieten, bei denen sich kleine Arbeitsgruppen dann zwischendurch immer wieder über ihre Arbeitsschritte austauschen können, ohne diesen offiziellen Meeting-Charakter. Die Experten betonen aber, dass die Teilnahme auf jeden Fall freiwillig sein sollte. Wollen Mitarbeiter partout nicht teilnehmen, sollten sie auch nicht gezwungen werden. Solche Formate sollen verbinden und nicht unter Druck setzen. Denn es gibt auch viele Menschen, die die Abgeschiedenheit im Homeoffice mögen.

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