Das Weblog von Ärztinnen und Ärzten aus Oberösterreich

Was TCM in der Palliativbetreuung leisten kann

Dr. Jutta Flatscher

Der Palliativpatient nimmt in der Medizin eine Sonderstellung ein. Schulmedizinische Verfahren sind weitgehend ausgeschöpft, es besteht hoher Bedarf die Lebensqualität zu erhalten und die noch vorhandene Lebenskraft zu stärken. Die Mehrheit der Patienten nimmt zusätzlich komplementärmedizinische Unterstützung in Anspruch, einerseits um selbst und eigenverantwortlich etwas zur Verbesserung seines Gesundheitszustandes beitragen zu können, andererseits um auch den Wunsch nach persönlicher Zuwendung (seelisch und körperlich) befriedigen zu können.

Häufig wird die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) als Ergänzung zur Schulmedizin in Anspruch genommen. Akupunktur, Kräuterheilkunde, spezielle Diätetik, Tuina und Qi Gong wirken gut bei Schmerzen und chemotherapieinduzierten Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Erschöpfung, Schlaf- oder Verdauungsstörungen und haben selbst keine Nebenwirkungen. Sie harmonisieren den Menschen insgesamt und ermöglichen häufig eine Reduktion zusätzlich verwendeter Medikamente. Die Verwendung von Heilkräutern sollte immer in Absprache mit dem behandelnden Schulmediziner erfolgen um unerwünschte Wechselwirkungen zu verhindern. Auch äußerliche Anwendungen in Form von Wickeln, Auflagen oder als Aromatherapie können hilfreich sein.

Ziel der TCM ist es, den Energiefluss zu stimulieren, die Lebensqualität und das Wohlbefinden zu verbessern bzw. zu erhalten um die Selbstheilungskräfte anzuregen. Sie will den Patienten und Angehörige in dieser schwierigen und fordernden Zeit bestmöglich unterstützen.

Dr. Jutta Flatscher ist Wahlärztin und Anästhesistin mit Schwerpunkt Schmerztherapie und TCM mit Praxis in Sierning und Linz.

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