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Vorhofflimmern: Signale erkennen und ernst nehmen

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Univ.-Prof. Dr. Helmut Pürerfellner

Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung. Doch die Erkrankung ist tückisch: Viele Betroffenen spüren nicht, dass ihr Herz aus dem Takt ist. Denn diese Form der Herzrhythmusstörung macht sich nicht immer mit unregelmäßigem Herzschlag oder Herzrasen bemerkbar. Häufig verspüren Patientinnen und Patienten gar keine Beschwerden oder es treten die Symptome nur hin und wieder auf – beides erschwert es Ärzten, Vorhofflimmern zu erkennen.

Auslöser: Störimpulse in den Lungenvenen

Ausgelöst wird Vorhofflimmern durch elektrische Störimpulse, die aus den Lungenvenen verursacht werden, die in den linken Vorhof münden. Dieser Impuls sorgt dafür, dass das Herz beginnt, völlig unregelmäßig zu schlagen oder zu rasen. Teilweise schlägt das Herz dann über 150/min  oder noch schneller.

Symptome bei Vorhofflimmern

  • Schneller unregelmäßiger Herzschlag
  • Herzstolpern
  • Brustschmerzen
  • Luftnot
  • Unruhe und Angst
  • Schwächegefühl
  • Schwindelattacken
  • Kurzzeitige Bewusstlosigkeit

Tritt das Vorhofflimmern anfallsartig auf – auch paroxysmales Vorhofflimmern genannt – verschwinden die Beschwerden nach einigen Stunden bzw. Tagen wieder. Wenn das Vorhofflimmern über 1 Woche durchgehend andauert, wird es als persistierend bezeichnet, liegt die Dauer über 1 Jahr als lang anhaltend persistierend oder permanent.

Kammerflimmern oder Vorhofflimmern?

Ganz klar von Vorhofflimmern zu unterscheiden ist Kammerflimmern: Dabei handelt es sich um einen Notfall – Patienten werden sofort bewusstlos, weil das Herz aufgrund des Kammerflimmerns stehen bleibt. Hier gilt es sofort die Rettung zu verständigen und mit der Herzdruckmassage zu beginnen. Das Vorhofflimmern hat keinen plötzlichen Herztod zur Folge, kann aber das Risiko für einen Schlaganfall oder eine Herzschwäche erhöhen.

Diagnose und Therapie

Nach einer Erstdokumentation von Vorhofflimmern über ein EKG hat eine internistische Abklärung zu erfolgen, um den Pat. optimal abklären und therapieren zu können. Dabei kommt neben Medikamenten zur Rhythmuseinstellung und zur Blutverdünnung heute auch immer öfter das  invasive Verfahren der Katheterablation (sog. Pulmonalvenenisolation) zur Anwendung, weil damit eine potentiell kurative Therapie zur Verfügung steht.  

Univ.-Prof. Dr. Helmut Pürerfellner ist Leiter des Departments für Rhythmologie am Ordensklinikum Linz Elisabethinen.

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